Narzissmus verstehen & Muster lösen - Dr. Britta Papay

Shownotes

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00:00:01: Werde CEO deines Lebens.

00:00:06: Der T-Talk mit Oliver Herrmann und Kai Schrader.

00:00:13: Für mich ist die nazistische Maske ein Überlebensstuhl, also Nazismus ist eine geniale Überlebenseressource.

00:00:22: Ich habe dann irgendwann verstanden dass ich sehr nazistisch Eltern habe und was da so alles das mit mir gemacht hat aber das erst viel später als ich dann Mitte zwanzig in Therapie gegangen bin und angefangen habe es um meine Themen anzugucken.

00:00:38: Ich muss dann immer wieder irgendwie in der Haltung denken, oh Gott.

00:00:42: Wie mache ich das weiter?

00:00:43: Das ist so ein Gefühl von unglaublicher Anstrengung und Schwere.

00:00:50: Dass Anderes leicht, dass Andere fließt, dass andere bedeutet – ich muss mich nicht verstellen!

00:00:56: Ich muss mich

00:00:57: anstrengen!".

00:01:00: Nazismus ist heute sehr schnell diagnostiziert.

00:01:04: Der schwierige Partner die egoistische Kollegin oder der selbstverliebte Chef Überall scheinen uns plötzlich

00:01:11: Narzissen

00:01:12: zu begegnen.

00:01:13: Oliver und ich haben uns gefragt, wo ein gesundes Selbstbewusstsein eigentlich endet?

00:01:18: Und ab welchem Punkt man von Narcismus und ungesunden Beziehungsmustern sprechen kann?

00:01:24: Darüber reden wir mit unserem heutigen Gast.

00:01:27: Sie ist promovierte Juristin war viele Jahre im internationalen Unternehmensumfeld tätig und arbeitet heute als systemische Einzel- und Partherapeutin, Mediatorin.

00:01:39: Sie begleitet Menschen dabei, toxische Beziehungsmuster zu erkennen, eigene Grenzen wieder wahrzunehmen und zurück in ein gesundes Leben zu finden.

00:01:48: Dabei verbindet sie ihrer therapeutische Expertise mit sehr persönlichen Lebenserfahrungen – denn sie kennt nazistische Schutzmuster auch aus ihrer eigenen Lebensgeschichte!

00:01:59: Herzlich willkommen bei WerdeSie.

00:02:01: oder

00:02:01: des Lebens Dr.

00:02:02: Britta Papai.

00:02:03: Wow, was war ein Intro?

00:02:05: Vielen Dank.

00:02:06: Viel Vorschuss, Lorbern!

00:02:08: Ich freue mich sehr mit euch heute, mein Leib- und Magenthema-Nachzismus zu beleuchten.

00:02:14: Ja wir freuen uns auch sehr liebe Brüttler.

00:02:16: Und jetzt ist das für dich ein gängiges Thema aber ich empfinde es doch als relativ spitzes Thema.

00:02:23: Nimm uns doch bitte mal auf deinen Weg wie du dazu gekommen bist, dich mit diesem Thema zu beschäftigen.

00:02:28: Das war ja nicht unbedingt offensichtlich nach deinem Jurastudium und deiner Konzernkarriere.

00:02:35: Was hast du gesehen und beobachtet, dass du gesagt hast?

00:02:38: über dieses Thema müssen wir einmal anders sprechen?

00:02:42: Also erstmal bin ich ja nach meiner Konzernen Karriere aufgrund einer langen Krankheit erst mal so ganz aus dem Leben rausgekickt gewesen Und habe mich dann besonnen auf das, was mich schon immer interessiert hat.

00:02:55: Nämlich die menschliche Natur des menschlichen Wesen und warum wir so werden wie wir sind, was uns prägt und was uns ausmacht.

00:03:04: Ich wollte ja eigentlich ursprünglich gerne Medizin studieren um Psychiaterin werden aber mein Vater wollte dass Patu nicht.

00:03:10: da gab es entweder Jura oder BWL und nichts dazwischen und ich war damals nicht mutig genug um mich dem zu widersetzen.

00:03:17: So wurde es halt Jura.

00:03:19: Da bot sich mir durch diese Wände in meinem Leben die Möglichkeit, noch mal nicht Anlass mit diesem Themen zu befassen.

00:03:26: Und als ich dann meine Therapieausbildungen gemacht habe, hab' ich hier erst einmal ganz normal therapeutisch gearbeitet – nur mit Paaren und mit Einzelklienten mit den üblichen Themen, Depressionen, Angststörung, Wendepunkt im Leben, Krisen

00:03:40: usw.,

00:03:41: und dann wurde aber immer deutlicher das So viele Menschen, auch gerade so in der Partherapie zeigte sich das.

00:03:49: Viele Menschen so ganz ungesunde Beziehungsmuster leben die nicht normale einfach von mal einer Krise oder im Streit begleitet sind sondern einfach von einem unglaublichen Hunger nach gesehen werden anerkannt zu werden.

00:04:05: und dass aber eben mit den in Anführungstrichen falschen oder mit innerdequaten Mitteln auszudrücken Und da ich ja selbst wirklich ausgeprägte nazistische Züge habe, der ich mir auch schon sehr bewusst war.

00:04:21: Habe ich gedacht Ich glaube, ich muss dieses Thema nochmal zu meinem besonderen Merkmal machen weil es mich so interessiert.

00:04:29: Ich möchte jetzt nur noch damit arbeiten und dann hat sich im Laufe der letzten, ich würde sagen so sechs sieben Jahre dieser Schwerpunkt auf diesem Thema Nazismus und ungesunde Beziehungen fokussiert.

00:04:43: Wir können ja nur gesunde Beziehungen leben, wenn wir einen gesunden Bezug zu uns selbst haben.

00:04:50: Und mein Lebens- und Arbeitsmotto ist erkennendig selbst – das ist die Inschrift des Apollo Tempels in Delphi – und dieses Erkennendich selbst bedeutet ich habe den Mut mir den Spiegel vorzuhalten und auch auf das zu gucken was bei mir vielleicht nicht so schön ist.

00:05:12: Und das ist ja das, was Menschen die ausgeprägnatsistische Züge haben in der Regel nicht tun wollen.

00:05:18: Weil es viel einfacher ist den Spiegel dem anderen vorzuhalten und zu sagen du bist falsch.

00:05:25: Die Ergründung dieser Muster und was da passiert bei mir und bei dir im Dialog, im Miteinander?

00:05:35: Das ist das, dass mich antreibt und mich beschäftigt um mich bewegt.

00:05:40: Vielen Dank dafür!

00:05:42: Vielleicht, weil du hattest ja schon verschiedene Kontexte angesprochen.

00:05:45: Beziehung zu mir beziehungen zu anderen.

00:05:48: Lass uns vielleicht einmal vorne weg bevor wir tiefer einsteigen klären was ist das eigentlich genau Nazismus?

00:05:54: denn es ist ja mittlerweile leicht überall zu lesen.

00:06:00: In Ferndiagnosen sind sehr schnell gestellt aber was zeichnet's eigentlich aus?

00:06:05: Also Nazismus ist eigentlich ein menschenimmanentes Phänomen, wie ich in meinem

00:06:11: Buch auch

00:06:11: schreibe.

00:06:12: Den Nazismus hat es schon immer gegeben und soll es auch geben – das ist eine Selbstverliebtheit!

00:06:20: Wenn ich mich selbst toll finde und großartig die erste Phase dieses Narzissmus haben wir als Kleinkinder in der Trotzphase, wenn wir als kleine Kinder entdecken.

00:06:31: Ich kann mit dem Laufrad!

00:06:32: Kann nicht von hier bis da vorne alleine die Welt entdeckend kommen.

00:06:36: Und wenn Mama dann sagt ne Karl-Heinz du bist zu klein komm mal wieder zurück.

00:06:40: das ist viel zu weit weg.

00:06:41: Dann kriegt er kleine Karl-Hansen gut anfangen oder will sich er selbst behaupten und findet sich großartigen grandios umschauen.

00:06:48: So eine Phase haben wir dann später nochmal in der Pubertät.

00:06:51: Das ist alles gut, selbstverliebt zu sein sich großartig zu finden ich, ich und noch mal ich.

00:06:58: Und das sind diese zwei sogenannten primär-nazistischen Phasen Trotzphase, Kleinkindalter und Pubertäte, indem wir lernen wollen und müssen Grenzen ausloten um zu gucken wie weit kann nicht gehen?

00:07:13: Und wenn ich jetzt als erwachsener Mensch mir meine gesund-narzistischen Anteile bewahre, dann gehe ich in die Welt und sage zum Beispiel Ich bin eine tolle Narcissus-Expertin.

00:07:25: Ich möchte etwas in der Welt verändern!

00:07:27: Ich möchte dazu beitragen dass Menschen gesündere Beziehungen entwickeln können und ich nutze diese narzisstisch positive Kraft.

00:07:35: dieses Gefühl nutze ich für etwas Positives.

00:07:39: Das heißt, alle Menschen die auf Bühnen stehen, die sich zeigen, die mit ihren Ideen rausgehen in die Welt haben immer so eine positive narzistische Kraft.

00:07:50: und bis hier ist Narzismus menschenemal nennt normal und gesund.

00:07:55: Ich bin der, der den Mut hat aus der Höhle zu gehen um das Mammut zu erlegen damit meine Sippe was du essen hast.

00:08:04: Problematisch wird es erst dann wenn ich mich über andere erhöhe und sage, ich bin aber die einzige wirkliche Narzissus-Expertin.

00:08:13: Und alle anderen da draußen wie meine Kollegen Pablo Hagemeier und wie sie alle heißen, sind alle doof.

00:08:20: Das heißt, die Überhöhung über die Anderen und deren Abwertung sind die zwei fundamentalen Merkmale um den sogenannten schädlichen Narzismus schon mal vom Gesungen zu unterscheiden.

00:08:34: Und dann kommen noch dazu, das Bedürfnis nach Macht und Kontrolle die Unfähigkeit sich selbst zu reflektieren.

00:08:41: Die Kritikempfindlichkeit und eventuell noch Kraniosität Überhöhung.

00:08:47: Das ist spannend!

00:08:49: Du hast bei dir selbst nazistische Muster oder ungesunde Beziehungsmuster wahrgenommen.

00:08:56: Hat das stattgefunden, schon bevor du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast?

00:09:00: Oder war es auch der ursprüngliche Motivator dafür, dich überhaupt mit dem thema Nazismus so tiefer zu beschäftigen.

00:09:07: Also ich selbst habe zum Glück nie eine sogenannte toxische oder nazistische partnerschaftliche Beziehung gehabt aber Ich komme aus einem Elternhaus also das Nazismus-Thema ist mir in die Wiege gelegt worden.

00:09:19: Ich komme Aus einem Eltern Haus Mit zwei ausgeprägten nazistischen Eltern.

00:09:27: Ich hätte den Begriff für meine Eltern natürlich nicht verwendet, als ich ein Kind war.

00:09:30: Aber ich bin so sehr sensibel hochsensitiv und meine Eltern haben mir immer gesagt du bist so eine Mimose und du bist zu empfindlich.

00:09:40: nur bis zu dies das um jenes.

00:09:43: Und ich habe mich als kind immer falsch gefühlt.

00:09:45: Ich hatte immer dieses Gefühl ich gehöre da gar nicht hin.

00:09:47: Ich passe da gar nich hin.

00:09:50: Irgendwie muss sich anders sein Um hier wahrgenommen zu werden bin ich, das ist... Ich habe die klassische nazistische Anpassungsstrategie gewählt.

00:10:01: Ich hab gesagt okay damit ich geliebt werde gesehen werden oder überhaupt irgendwas Krieges kriege an die sagen wir mal emotionaler Zuwendung werde ich halt eben was besonderes.

00:10:13: und es war bei mir die Anpassung über die Leistung.

00:10:16: also ich bin sehr sehr leistungsorientiert immer gewesen bitte auch heute noch.

00:10:21: Und durch dieses Merkmal, das ich mir angeeignet habe, konnte ich ein bisschen was bekommen.

00:10:27: Dann habe ich auch verstanden dass wenn ich meine empfindliche mimosenhafte sensible Seite einfach mal weg packe und in die Welt rausgehe mit einem wie es meine Eltern mir vorgedeckt haben hier komme ich.

00:10:42: wir sind besser als die anderen Wir sind etwas besonderes!

00:10:44: Wir sind die baltischen Herrschaften.

00:10:46: und was da alles in meiner Familie herrschte Wow, das funktioniert ganz gut.

00:10:52: In diesem Turn-Around gab es bei mir so ungefähr in der Pubertät als ich aus Gymnasium kam.

00:10:57: Da habe ich gedacht, Schluss mit Mimose und empfindlich unsensibel!

00:11:01: Ich zeige euch hier wo's lang geht.

00:11:04: Und da hab' ich mir eine wirklich grandios nazistische Maske von Arroganz über Heblichkeit distanziert hat angeeignet, mit der ich sehr gut überlebt habe.

00:11:17: Für mich ist Die nazistische Maske ist ein Überlebens-Tool.

00:11:22: Also, Nazismus ist eine geniale Überlebenseressource aus meiner Sicht und ich habe dann irgendwann verstanden dass sich sehr nazistisch Eltern haben was da so alles das mit mir gemacht hat.

00:11:33: aber erst viel später als ich dann mit Mitte zwanzig in Therapie gegangen bin und angefangen habe so meine Themen anzugucken Und dann war klar, okay gut.

00:11:42: Wenn ich jetzt beruflich, wenn ich jetzt Therapeutin geworden bin hat sie einen Grund und jetzt kann ich ja mit diesem Thema das mein eigenes ist gerade deshalb so glaubwürdig arbeiten weil ich weiß wie das ist.

00:11:53: Ich kann mich sehr guten auf ein Podest stellen und andere abwerden Kann nicht wunderbar.

00:11:58: nur mittlerweile wähle ich es nicht mehr zu tun Weil es Beziehungen einfach nicht förderlich ist.

00:12:05: Ja aber wenn ich wollte könnte ich durchaus.

00:12:10: Und warum ist das eine Überlebensstrategie?

00:12:14: Weil wir, also es gibt jetzt so ein paar in der Wissenschaft zum Paar Strömungen und auch gerade noch eine neue Studie aus diesem Jahr.

00:12:25: von der Unibile-Feld, vom Mediabag.

00:12:27: Es gibt so ein bisschen den Versuch immer nachzuweisen, dass Narzissus auch so genetische Komponenten hat.

00:12:34: Ja?

00:12:34: So wie wenn du keine Ahnung, wenn du eine Erkrankung bekommst, du bekommest Diabetes oder du kommst mit Mucoricidosis auf die Welt dann hast du eine genetischen Privisposition dafür.

00:12:46: Jetzt mag es sein das ist für hochgradige Persönlichkeitsstörungen.

00:12:54: DNA-Predisposition gibt Genetische.

00:12:58: Aber ich bin der Meinung, dass wir immer eine Mischung sind aus Nature and Nurture.

00:13:02: Also wir haben eine Predisposition und wir haben bestimmte Gene und wir leben und wachsen auf in bestimmten Umfeldern.

00:13:09: Und meines Erachtens ist das immer eine Mission aus Beidem.

00:13:13: Das hat man auch gesehen.

00:13:14: es gibt so berühmte Zwillingsstudien bei dem man geguckt hat.

00:13:18: getrennte Zwillinge die wachsen in verschiedenen Umgebungen auf oder auch einer gleichen Familie.

00:13:23: Entwickeln alle diese nazistischen Muster, wenn es die eine Familie schon gab?

00:13:27: Nein.

00:13:28: Nicht alle!

00:13:29: Das heißt vieles hängt davon ab in welchem Umfeld du gedeißt.

00:13:36: Peergroobs Lehrer Freunde Eltern aus all das Spiel zusammen.

00:13:41: Und Narzissmus ist aus meiner Sicht und es sehen auch viele, die sich damit beschäftigen beruflichst.

00:13:46: Auch Michaela Huber, der große Traume-Expertin in Deutschland, hat ein tolles Buch zu Narcissmus und Trauma geschrieben.

00:13:53: Wir sehen es als eine Überlebensressource, also eine Anpassungsstrategie, die du entwickelst um in einem Umfeld besser zurechtzukommen indem du nicht so sein darfst wie du bist.

00:14:07: Weil wenn man mich als Kind in meiner Mimosenhaftigkeit, in meine Empfindlichkeit, in meinem unglaublichen Bedürfnis andere Menschen zu erkunden und zu verstehen wahrgenommen hätte.

00:14:19: Dann hätte ich Medizin studiert, dann hätte ich einen ganz anderen Weg eingeschlagen... ...dann hätte ich mich nicht so verherrten müssen um zu überleben!

00:14:30: Und alle Menschen, die ich kenne mit denen ich arbeite, die starke nazistische Eigenschaften haben.

00:14:38: Die haben alle irgendetwas erfahren in ihren Herkunftsumfeldern, die das eine Erklärung dafür sind und deswegen ist es immer so wichtig... Das gehört jetzt zur systemischen Arbeit dazu.

00:14:50: als systemischer Therapeut guckst du aufs System auf die Herkunftssysteme, oft mit Genugrammen.

00:14:55: Auf die Familie – wo kommst du her?

00:14:57: Aus welchem Stall?

00:14:58: Was gab es dafür Muster?

00:15:00: Wie waren deine Eltern?

00:15:01: Wie wurdest Du gesehen und wie würdest Du wahrgenommen?

00:15:04: Und gerade in früheren Generationen, also ich bin ja jahr'n fünfundsechzig mit Eltern, die kriegstraumatisiert sind, die Flurterfahrung haben

00:15:13: usw.,

00:15:14: gab es hier auch diese notwendige Verhärtung um zu überleben!

00:15:18: Ja?

00:15:19: Und dann hast doch Deine Kinder so großgezogen.

00:15:22: Et stelle ich mal nicht so an, jetzt heul doch nicht wegen so einem aufgeschlagenen Knie oder wegen was auch immer.

00:15:28: Und diese Härte fördert aber genau die Entwicklung einer Maske.

00:15:33: Ich muss mich irgendwie anpassen dann muss sich halt so sein wie die mich haben wollen und das ist eine Ressource, die dir das überleben ermöglicht weil du willst sie als Kind fassst, du willst Bindung!

00:15:44: Du willst Verbindung?

00:15:45: Du brauchst Liebe.

00:15:46: ja also passt du dich an.

00:15:48: wenn du aber wachsen bist merkst Könntest du merken, solltest du.

00:15:53: merke das.

00:15:54: entweder anpassungsstrategie ich bin ganz lieb und ganz brav damit ich geliebt werde oder Ich komme da her.

00:16:01: und wenn hier die größte die tollste dass dich für Erwachsenenbeziehung einfach nicht förderlich sind weil wir können so keine authentischen Beziehungen führen sondern immer Beziehung die geprägt sind von diesem falschen selbst und von dieser maske.

00:16:17: Jetzt gibt es aber das, was du beschrieben hast.

00:16:19: Das kenne ich auch zum Teil aus eigener Kindheit und meiner Coaching-Ausbildung.

00:16:25: Es gibt aber auch andere Strategien anders damit umzugehen.

00:16:29: Andere Schutzmechanismen die sich ausbilden können.

00:16:33: Was bringt Menschen dazu diese eine zu wählen?

00:16:36: Gibt's da Erkenntnisse also diesen?

00:16:38: Ich glaube dass ist keine bewusste Wahl.

00:16:41: weil also erstens jeder Mensch bringt eine ureigene Resilienz mit.

00:16:49: Der amerikanische Kinderarzt Thomas Boyce hat ein ganz wunderbares Buch geschrieben, Orchidee oder Löwenzahn, warum wir als Erwachsene so werden wie wir sind.

00:17:02: das heißt Wir kommen zur Welt mit einer bestimmten vorgegebenen Struktur.

00:17:06: ich bin entweder ein bisschen robuster wie eine Löwanzahn oder Ich bin etwas empfindlicher wie eine Orchidie.

00:17:13: und dann kommen diese äußeren Faktoren dazu und all das ist ein Gemengelage, dass darüber entscheidet wie du später wirst.

00:17:24: Du suchst dir nicht aus bewusst ich mache jetzt das oder das ja sondern das sind Dinge die sich ergeben.

00:17:32: du merkst ach schau her wenn ich mich anpasse und das mache was Papa will Ah ja, guck mal!

00:17:39: Dann kriege ich einen Lob.

00:17:41: Oder dann sagt er oh Oliver das hast du aber toll gemacht obwohl du denkst äh... Ich hasse Indianerspiele, ich möchte lieber in meinem Zimmer sitzen mit dem Buch Ja?

00:17:50: Aber Papa hat dich gelobt und gesagt oh mein Oliver jetzt bist du ein echter Mann.

00:17:54: Ja so Und da denkst du achja guck Mal dass funktioniert.

00:17:57: Das mache ich wieder.

00:17:58: Und schon fängst du an diese Anpassungsstrategien

00:18:02: zu

00:18:03: verfeinern.

00:18:05: Und einige tun es nicht.

00:18:06: Die suchen sich andere Wege in so einem System zu überleben, die werden zum Beispiel zur Rebellen und sagen ne Papa ich geh'n nicht Indianer spielen!

00:18:12: Ich gehe mein Zimmonles im Buch ja was bist denn doof?

00:18:15: Lappen?

00:18:16: Ja dann ist das halt so.

00:18:18: Also das ist auch unsere Natur.

00:18:21: geschuldet, wie bin ich?

00:18:22: Wie resilient bin ich auch als Kind.

00:18:24: Wie widerstandsfähig, wie mutig!

00:18:27: Wie unangene past, wie rebellisch bin ich und all das hat sehr viel wirklich mit unserer tiefsten ureigenen Struktur zu

00:18:35: tun.".

00:18:40: eigentlich von der Geworfenheit eher eine Art zartes Pflänzchen gewesen bist, aber dich dann nach und nach eben eher in diese sehr resolute und sehr nach außen hin starke und gefestigte und wirklich fest im Leben stehende Frau.

00:18:56: positioniert.

00:18:57: Ich will damit nicht sagen, dass du nicht auch ein Blümchen sein kannst und gefestigt sein kannst oder gut im Leben stehen kannst.

00:19:02: Du weißt was ich meine aber das ist ja so eine Art Diskrepanz zwischen dem was dich eigentlich vom Kern her, vom Wesenskern hier ausmacht und dieser Maske die du dir dann über Zeit zugelegt hast.

00:19:14: Was mich interessieren würde es wie hat sich das für dich im Laufe deines Lebens gezeigt, aber vielleicht stand das auch im Zusammenhang mit einer Krankheit.

00:19:23: Weil also häufig eine These könnte sein Britter ohne dir zu nahe treten zu wollen.

00:19:28: Könnte sein dass in den Momenten in denen wir anfangen Zu inauthentisch zu leben Also quasi zu sehr etwas vorzugeben zu seien was nicht unserem authentischen selbst entspricht sich Das auf kurz oder lang bemerkbar macht und häufig sind es dann genau diese Schicksale schläge die uns wieder näher zu uns selbst führen.

00:19:46: war das bei dir Vielleicht ähnlich oder liege ich da komplett daneben.

00:19:50: Das war bei mir genauso, also... Ich habe eine lange lange Geschichte von Krankheiten, Kränkeln so genannte somatische oder psychosomatische psychisch bedingte körperliche Störungen, ich war ein Kind, das immer Kopfschmerzen hatte.

00:20:10: Ich war ein kindes immer kränkelte und super.

00:20:14: Es war immer irgendetwas, was mich mehr oder weniger aus der Bahn geworfen hat.

00:20:17: Und diese schwere Erkrankung die ich bekommen habe, die war auf meiner Sicht ein geschenktes Himmels um mir zu zeigen.

00:20:29: Das ist nicht dein Weg!

00:20:31: Wenn du so weitermachst wirst Du es nicht überleben.

00:20:35: Und da ich sehr erfolgreich die Signale immer überhört habe, ich hab jeden Burnout den ich hatte.

00:20:41: Habe ich einfach weggeatmet so ungefähr und gedacht neuer August heute eben weiter.

00:20:46: Bin dann ab und zu auch mal in eine psychosomatische Klinik gegangen.

00:20:48: Immer wieder mal hatte auch meine Zusammenbrüche und hab aber immer gedacht Joa, du schaffst das!

00:20:54: Du machst es schon weiter.

00:20:55: Und als deines Leben nicht wirklich so komplett ausgenockt hat und zwar für sieben Jahre vollständig.

00:21:01: Sieben Jahre weg vom Fenster.

00:21:03: Da hab' ich gedacht Okay, alles klar.

00:21:06: Jetzt hast du es glaube ich verstanden und das war ein gigantisches Glück für mich!

00:21:13: Es war nicht glaube ich wirklich überlebe.

00:21:16: aber als ich verstand habe dass da was Gutes darin ist in dieser schwere Merkrankung habe ich gedacht so ja dann ist jetzt auch Zeit dass Du guckst wie Du authentisch leben kannst.

00:21:28: also wie kannst Du Deine Mimosenhaftigkeit nutzen?

00:21:35: Das ist das, was mich heute zu einer besonders guten Therapeuten macht.

00:21:39: Ich bin noch sehr nahe mit meinen Klienten.

00:21:42: Was für viele Therapeutinnen ein Logo ist.

00:21:46: Ich weine auch mit meinen Klienten zum Beispiel, wenn es sehr berührend ist und sehr schwer ist.

00:21:51: Und ich erzähle auch immer wieder was von mir selber.

00:21:54: Also ich merke jetzt diese zwei Teile in mir die beide da sind.

00:21:59: Ich kann die taffe Geschäftsfrau sein, ich kann auf Bühnen stehen, ich können mit meinem Thema in die Welt gehen aber ich kann auch meine Empfindsamkeit... ...kann ich jetzt verwenden?

00:22:10: Es darf beides sein!

00:22:11: Es ist integriert.

00:22:14: Das ist das, im Nazismus haben.

00:22:17: Es ist dieses gespaltene Selbst, das Authentische wird weggepackt, es wird nicht mehr gefühlt.

00:22:23: Das darf nicht sein!

00:22:25: Das hat keinen Platz und die nazistische Maske predominiert.

00:22:30: Und ich würde sagen dass ich ein sehr großes Glück habe hatte, dass ich das jetzt beides Leben darf integriert – und das ist noch ein riesiges Geschenk.

00:22:42: Dafür musste vom Leben ordentlich eins auf den Kopf kriegen oder ins Gesicht.

00:22:51: Jetzt bleibt mal stehen und dann auch richtig.

00:22:54: Wo du

00:22:55: beide Seiten kennst, also sowohl das Leben wie es sich anfühlt wenn man es nicht authentisch lebt oder wenn man nur eine Seite von sich lebt und das Leben in der du beide seiten von dir lebst kannst du versuchen zu erklären wie sich das unterschiedlich innerlich anfühlen?

00:23:16: Das eine ist das nicht authentische, das falsche selbst ist unfassbar anstrengend.

00:23:27: Das ist wie wenn ich einatme und dann aber ganz, ganz lange die Luft anhalte und das Gefühl habe buchstäblich zu ersticken ja?

00:23:38: Ich muss dann immer wieder irgendwie innehalten denken oh Gott, oh Gott!

00:23:41: Wie mache ich das weiter?

00:23:42: Also es ist so ein Gefühl von von unglaublicher Anstrengung, von Schwere und das andere.

00:23:50: Das anderes leicht!

00:23:52: Das andere fließt, das andere bedeutet ich muss mich nicht verstellen.

00:23:57: Ich muss mich anstrengen.

00:23:59: Mir ist vor allen Dingen ziemlich egal was andere über mich denken oder was sie von mir halten weil ich weiß dass so wie ich bin mit dem was ich tue bin ich richtig Und das ist ein Gefühl von tiefer Verbundenheit mit sich selbst.

00:24:20: Ich habe auch zum Beispiel jahrzehntelang unter Angststörungen Panikattacken gelebt und ich hab jahrelang Therapie gemacht, Verhaltenstherapie und tiefem Psychologien und alles.

00:24:30: Es kam immer wieder!

00:24:32: Und jetzt habe ich es nicht mehr weil erstens wenn ich mal Angst habe was jeder Mensch hat weiß ich okay Irgendwas ist gerade, will mich warnen oder will mir zeigen.

00:24:45: Hey, pass auf!

00:24:46: Auf dich ist irgendetwas was zu vieles.

00:24:50: Nimm es an und schau auf dich.

00:24:51: Fühl dahin, schau dahin.

00:24:55: Und für mich ist es wirklich vergleichbar mit ich lebe in Apnoe oder ich lege wirklich tief durchatmend weil Mir kann nichts passieren.

00:25:09: Ich muss mich nicht mehr verstellen, ich muss nicht mehr so tun als sei ich etwas was ich nicht

00:25:14: bin.".

00:25:15: Und da liegt ja darunter und das ist vielleicht eine der wichtigen Aspekte von Narzissmus.

00:25:20: Liegt die Bereitschaft, die Scham zu fühlen?

00:25:26: Dass ich nicht so bin wie man mich haben wollte!

00:25:29: Das ist mit tiefer Scham verbunden.

00:25:32: Du bist so ne Mimose... Oh Gott, ja opfuh, ich bin eine Mimosa, das is ja schlimm.

00:25:38: Und wenn ich mich meinen nazistischen, schambehafteten Anteilen stellen kann und es auch wirklich mal fühlen kann.

00:25:49: Das sagt ja der Stefan Marx, immer der Dr.

00:25:51: Stefan Marx – der großartige deutsche Schamforscher, der auch mein Lehrtherapeut war.

00:25:56: Der sagt wir müssen unseren Kindern nicht sagen ach du brauchst dich nicht zu schämen sondern wir dürfen unseren Kindern sagen Ja, ich kenne das!

00:26:03: Du darfst das Gefühl dieses brennende Schamgefühl und das einfach annehmen.

00:26:09: Es gehört zu dir, ja?

00:26:12: Und wenn wir das auch annehmen können – ich bin nicht vollkommen!

00:26:16: Ich bin nicht unfehlbar!

00:26:18: Und ich werde geliebt, auch wenn ich nicht voll... ...nicht vollkommen bin!

00:26:24: Dann können wir diese Scham und dieses Gefühl umgenügend sein und deswegen müssen wir es kompensieren, Macht- und Kontrolle über andere ausüben zu müssen.

00:26:32: Können wir weglegen und dann ist das ein tolles

00:26:36: Leben.".

00:26:39: Ist nicht immer so einfach, ja?

00:26:40: Aber es geht.

00:26:46: Und dort ist gerade eben eins angesprochen das mich getrackert hat werden Du wirst geliebt auch wenn du eben nicht leistest und so.

00:26:56: aber wenn jetzt Menschen genau dieses Gefühl der bedingungslosen Liebe in der Kindheit oder später nicht erfahren

00:27:02: haben Wie

00:27:05: können die dann sozusagen in dieses Gefühl rein, nicht nur reinkommen.

00:27:10: Nicht nur sich selbst einreden und das entwickeln.

00:27:13: Was gibt es dafür?

00:27:14: Strategien oder gibt's überhaupt welche?

00:27:16: Also erstens finde ich es ganz wichtig was du gerade sagst.

00:27:21: Einreden hilft nichts.

00:27:23: also ich stelle mich vor den Spielen und mache Affirmationen.

00:27:26: Es gab mal eine Zeit in der diese Informationsgeschichte so hoch gepusht wurde überall.

00:27:32: Das nützt leider gar nix weil halt dein Inastis, dein Ich tief drinnen vor allem dein unbewusstes.

00:27:39: im Prinzip leg mich am Arsch, das funktioniert nicht.

00:27:42: Ich weiß doch dass ich nicht gut bin.

00:27:44: rät's mir nicht ein.

00:27:46: also als erstes finde ich einen ganz wichtiger Schritt und für diese Dinge brauchen wir fast immer ein bisschen Hilfe weil ich bin erstens der Überzeugung wir sind wir sind Gesellschaftstiere Wir brauchen immer andere wir sind soziale Wesen.

00:28:02: das heißt alleine im Leben schaffen wir eigentlich fast nichts.

00:28:07: Das heißt, wenn ich erkenne... Ich bin vielleicht von meinen Eltern oder vom einen meiner Elternteilern nicht so geliebt und gesehen worden wie ich bin.

00:28:16: Dann ist das ein großer, großer Schmerz!

00:28:20: Denn wir haben nur diese beiden Eltern die eine Mama und den einen Papa.

00:28:25: Und das ist etwas was sich mit meinen Gruppen in meinem Seminaren, in mein Gruppenprogramm mit meinen Klienten immer wieder auch bearbeitet ist.

00:28:34: Wir müssen zulassen zu fühlen, wie weh das tut.

00:28:40: Punkt!

00:28:41: Das ist nicht zu heilen – das ist so gewesen.

00:28:46: Dann aber geht es darum uns bewusst zu machen dass wir jetzt heute nicht mehr die bedürftigen und hilflosen Kinder von damals sind.

00:28:57: D. h., der Teil in uns, der Schmerz empfindet leidet, ist der kindliche Teil.

00:29:04: Wenn ich jetzt aber sage, ich bin erwachsen und spüre diesen Schmerz der kleinen Britter, der gesagt wurde du bist die Mimose immer noch.

00:29:12: Dann bin ich aber jetzt in der Lage mir selbst nicht nur zu sagen sondern auch zu fühlen um mich buchstäblich selbst zum Arm und zu sagen ja es ist gut dass du eine Mose bist weil er ist gut für das und das und Du kannst natürlich mehr Fühlen, mehr Empathie haben, mehr Mitgefühl Ja Und das ist dieses, was wir in der Therapie dieses Nachbemuttern oder nach Beeltern nennen.

00:29:38: Das kann der Therapeute mit dir machen und du kannst es dann später auch selbst lernen!

00:29:45: Wenn meine Mutter heute noch zu mir sagt, die ist zweiundachtzig, das kommt doch durchaus vor... Mein Gott bist Du empfindlich?

00:29:53: Da ist diese eine Teil in mir, der kindliche Anteil, der denkt schon wieder.

00:29:59: Und dann ist aber dieser große Anteil der Erwachsenen, der sagt und auch meiner Mutter antwortet und sagt Gott sei Dank bin ich so Mama.

00:30:07: Das heißt es geht darum im Heute dieses Gefühl zu entwickeln und das ist auch auf wie eine Körperarbeit.

00:30:15: Es geht über Körperarbeit, es geht über Fühlen, über Spüren um Gefühle Emotionen zuzulassen die Scham, die Angst, die Trauer und dann aber gleichzeitig die Freude zu sagen ja Gott sei dank bin ich Guck mal, wofür es gut ist.

00:30:31: Wozu hat es mir geholfen so zu sein?

00:30:36: Schau mal heute in meinem Leben wie nützlich das ist!

00:30:39: Ja im Prinzip geht es darum nicht zu warten dass heute ein anderer Mensch einen Partner eine Partnerin Ein Chef zu mir sagt okay du bist aber wirklich toll Du bist so liebenswert weil das kann dir jemand nur sagen wenn du selbst glaubst Wenn du selbst ausstrahlst, dass du dich selbst toll findest.

00:31:02: Dass du bei dir bist und verbunden bist.

00:31:05: Dann wird es dir auch die Außenwelt glauben.

00:31:08: Sonst nicht!

00:31:09: Und das ist etwas was für Menschen ein Bindungstrauma Also einen großen Tiefsitzenden im erwachsenen Leben, noch persistierenden fühlbaren Schmerz in Herkunftsbeziehung erlebt haben machen müssen.

00:31:28: Nämlich dieses Hinfühlen und sagen okay das ist das was mir damals passiert ist.

00:31:35: aber ich kann es heute anders fühlen und anders erleben.

00:31:40: Und dann müssen wir anfangen mit Beziehungen, mit anderen Menschen zu experimentieren und zu gucken.

00:31:46: Zum Beispiel mir Feedback geben lassen von Freunden, von Menschen die mal nahe stehen.

00:31:51: Wie siehst du denn mich?

00:31:53: Siehst du mich auch so als superempfindliche Mimose wie meine Mutter immer sagt und dann sagt ihr einen Freund oder eine Freundin ne das ist toll dass du so bist weil dadurch bist du so empfindsam, so empathisch und dann sammelst du das in deinem Umfeld und denkst ja da schau her!

00:32:07: Das ist doch alles gut mit mir.

00:32:10: Aber das ist ein Prozess, für den wir erst mal noch einmal durch diesen Schmerz gehen müssen und die auch bereit sein müssen zu fühlen.

00:32:19: Ich finde es total spannend also diese drei Phasen, die du jetzt beschrieben hast auf der einen Seite mit einer liebevollen Akzeptanz auf die Kindheit zu schauen Diese unangenehmen Erfahrungen, der Mensch tendiert hier dazu die gerne in so ein stilles Kämmerlein irgendwo im Unterbewusstsein abzulegen und fest zu verschließen.

00:32:43: Und es ist ja offensichtlich dass das weiterhin aus dieser Tür herausgehrt und letztlich auch heraus will.

00:32:49: Was du beschreibst ja also wahrscheinlich sind hier auch diese unterschiedlichsten Krankheiten oder Symptome die Du entwickelt hast immer wieder Zeichen des Körpers gewesen um aufzuzeigen Hier ist noch etwas was gesehen werden möchte oder was integriert werden möchte.

00:33:08: Es drängt, es drückt

00:33:10: und es braucht erstmal diese Akzeptanz also dieses Durchfühlen von diesen unangenehmen Erfahrungen, von diesen Momenten des Nicht-geliebtwerdens aufgrund aufgrund dessen, dass man das reine authentische selbst nach außen zeigt.

00:33:28: Diese Schmerzhaftigkeit, ich glaube es ist auch das was du sagst mit dieser dieses Scham behaftete ja?

00:33:35: Also das fühlt sich des Markeer oder der Mensch Marke erst mal nicht daran zurück erinnern, dass es Zeiten gab wo er aufgrund der Art und Weise wie er oder sie einfach war zu dem jeweiligen Zeitpunkt ist nicht ausgereichtert um vom Mama und Papa geliebt zu werden.

00:33:51: Das ist Tiefscham behaftet, ich bin einfach nicht gut genug.

00:33:55: Wer will schon Scham?

00:33:56: Also gut genug in deren Augen?

00:33:57: wer will schon diese Scham fühlen?

00:33:59: Wir wollen keiner wollen wir nicht.

00:34:02: und wenn wir so auf dieser Kindheit gucken liebevoll versöhnlich das bedeutet nicht dass zu beratelisieren oder zu beschönigen und sagen eurem war nicht so schlimm sondern sagen das war für mich richtig schlimm Auch wenn meine Mutter mir sagt, sei doch nicht so empfindlich.

00:34:20: Stelle ich mich an?

00:34:20: War doch gar nicht so schlimm!

00:34:21: Doch für mich war es schlimm.

00:34:23: Also uns selbst und das ist nämlich ein wichtiger Punkt Wir werden von anderen also gerade vom nazistischen Menschen werden wir abgewertet.

00:34:33: Wir werden gegessleitet.

00:34:35: Uns wird unsere Wahrnehmung abgesprochen.

00:34:37: Sei doch nicht empfindlig.

00:34:38: Du bist immer so empfinden.

00:34:39: Es liegt doch immer in dir und wenn du nicht so umso wärst Bin ich aber mich selbst auch weiterhin so guest-leit und sage, stimmt.

00:34:47: Ich bin immer so empfindlich und es liegt an mir, sondern sage, nein, Moment mal!

00:34:52: Du willst mir das suggerieren?

00:34:54: Ich bin so wie ich bin wenn ich vollkommen in Ordnung und meine Wahrnehmung... Dass was hier gerade passiert nicht in Ordnungen ist die ist richtig.

00:35:02: ja dann bin ich sofort wieder in Kontakt mit meinem authentischen Selbst.

00:35:06: Ja, ich bin empfindliche ich bin eine Mimose ey und das ist auch gut so.

00:35:12: Das ist dieser Schiff, weißt du?

00:35:15: Sondern zu sagen okay das was du mir zuschreibst.

00:35:17: Was du alles über mich sagst oder glaubst du willst oder meinst du wirst oder mir einen Kopf knallen zu müssen.

00:35:22: Das ist deiner Sichtweise deine Wahrnehmung.

00:35:24: aber es ist nicht meine.

00:35:26: ja weil ich so wie ich bin in Ordnung bin.

00:35:31: Ist das auch eine Strategie wenn ich jetzt feststelle oder das Gefühl habe Ich fühle mich nicht so wohl, ich fühle mir nicht so anerkannt.

00:35:39: Oder ich habe den Eindruck oder einen Verdacht jemanden anders ist, sei narzistisch oder behandelt mich eben nicht so wie es gut ist für mich.

00:35:48: Wie ich mit jemandem umgehen kann.

00:35:49: also genau das was du da eben beschrieben hast eben sich nicht zum Opfer zu machen, sich nicht klein zu machen sondern sich hinzustellen und sagen ja genauso bin ich und es ist gut

00:35:59: so.".

00:36:00: Und das ist aber das, was wenn du jetzt in Kontakt bist mit einem starken nazistisch strukturierten Menschen.

00:36:07: Ob das jetzt Muttervater-Partner ist?

00:36:09: Der wird ein Teufeltun zu akzeptieren dass du so bist wie du bist weil dieser Mensch möchte ja über dich Macht und Kontrolle ausüben und der wirkt alles tun um dir zu suggerieren Du Oliver, versuch bloß nicht dir schönzureden das du so empfindlich bist.

00:36:26: Das sagt nämlich nicht nur ich sondern auch der Kai sagt dass du eine Mimose bist und auch deine anderen Kollegen sagen dass du ne Mimosa bist.

00:36:33: Denkt ja nicht hier, dass du jetzt irgendwie gut bist so wie du bist Ja?

00:36:38: Das heißt Ich muss bereit sein mich aus diesen Narzisstischen Dynamiken.

00:36:47: Ich nenne das ja Tango-Tanzen mit dem Narzisten, ja?

00:36:50: Das ist so ein Spiel von.

00:36:53: du bist in die Mose... Stimmt!

00:36:54: Ich bin glaube ich in der Mose.

00:36:56: Ich versuche es besser zu machen.

00:36:57: Nein, das war immer noch nicht gut genug.

00:36:58: Streng mich noch mehr an.

00:36:59: Okay streng mich nochmal an diesen Zyklus zu durchbrechen und zu sagen Ich übernehme die Verantwortung für mich selbst.

00:37:06: Ich bin empfindsam, sensitiv eine Mimose und wenn dir das nicht gefällt dann gehe ich auch aus dieser Beziehung mit dir raus und gehe meinen eigenen Weg.

00:37:17: Was haben aber Menschen, die in diesen Beziehungen sind und auch nicht rauskommen?

00:37:22: Die haben ein unglaubliches Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe.

00:37:34: Intermittierende Verstärkung zu leben.

00:37:37: Und das gibt Dopaminkicks und wenn das Dopamin wieder absenkt, gibt es Stress und Cortisol-Ausschüttung.

00:37:43: Das heißt wir wollen... Wir sind gewohnt in diesem Zyklus zu sein.

00:37:47: Wenn die Mama sagt ich bleibe jetzt immer bei diesem Beispiel du bist eine Mose und ich passe mich dann an und sage gut Tut das knien ich weh, auch wenn es blutet wie Sau.

00:37:56: Dann sagt die Mama Jagd bist ja so stark und so tapfer.

00:37:59: Und das ist dann wieder eine Bestätigung.

00:38:01: Das ist diese intimitierende Verstärkung.

00:38:04: Bei der nixengelegenheit sagt sie wieder zu mir, du bist ja ein empfindlicher

00:38:07: Mimose.".

00:38:08: Ja?

00:38:08: Und dass daraus entsteht diese Trauma-Bindung hat etwas Suchthaftes!

00:38:15: Ich brauche aber, dass du mir sagst, du mich liebst, ich brauche, aber dass du mich anerkennst.

00:38:20: also tue ich dafür Alles.

00:38:23: Und schon stecken wir fest in diesen Beziehungen, die sind wie Betonklötze an den Füßen weil du weißt okay wenn ich mich anpasse kriege ich das was ich brauche nämlich ein paar krümelschen Liebe und Anerkennung.

00:38:39: Und dann die Stärke zu haben zu sagen ist mir noch egal nicht geht einfach umsuche mit Liebe und die Anerkendung woanders dass es als Kind schon mal nicht möglich Und als Erwachsener dann später in diesen missbräuchlichen ungesunden Beziehung die Quadratur des Kreises.

00:38:53: Darum geht es ja, den Weg daraus zu finden und zu sagen ich bin nicht darauf angewiesen ist du mich liebst oder mir die Krümelchen gibst sondern... Ich geb's dir selber!

00:39:03: Ich lerne es mir selbst zu geben.

00:39:04: das ist ein Prozess von Rebellion auch von Individuation.

00:39:11: also ich entwickle meine eigene Persönlichkeit.

00:39:15: ich weiß wer ich bin und ich brauche nicht dich Ja, das ist aber leichter gesagt als getan.

00:39:24: Also bevor wir dahin gehen wie ich dann sozusagen was es noch für Möglichkeiten gibt um mich aus diesen Beziehungsdynamiken da zu befreien Wie kann ich denn erkennen erstmal dass ich vielleicht in so einer Beziehung bin die mir nicht gut tut an?

00:39:40: Was für Symptome und Merkmalen körperliche Art vielleicht auch hattest du ja Eingangs angesprochen Kann ich das feststellen?

00:39:49: Also erstens sage ich immer, was sich nicht gut anfühlt ist nicht gut.

00:39:56: Schon mal ganz wichtig!

00:39:58: Weil fast alle Menschen in den ungesunden toxischen destruktiven Beziehungen sind wissen dass sich das nicht gut an fühlt.

00:40:06: und es gab einen ersten Moment wo man dachte so das fühlte sich aber gar nicht gut ein bisschen drüber weg und sagen okay weitermachen ja Das heißt, was sich nicht gut anfühlt ist nicht gut.

00:40:19: Das heißt nicht dass eine gesunde Beziehung auch begleitet ist vom Moment in die Blödsinn Konflikte streiht und so weiter.

00:40:27: aber wenn ich dieses ungute Gefühl anspreche und sage du was du da gesagt oder getan hast das hat sich nicht wohl angefühlt.

00:40:37: Ich habe mich dabei abgewertet geführt oder nicht gesehen gefühlt oder es hat mich verletzt.

00:40:42: Dann sagt dein Gegenüber, dein gesundes in einen Vorstrichen immer nur wir sind ja alle immer nur sehen nie so gesund.

00:40:49: Sag oh manches tut mir leid das wollte ich wirklich nicht ich habe das auch gar nicht so wahrgenommen.

00:40:55: bitte entschuldige oder sag ja weißt du du hast recht aber ich war in dem Moment auch so aufgebracht und ich hatte das Gefühl ich musste jetzt noch mal hier die ein bei pulen.

00:41:04: Und dann entwickelt sich daraus ein Gespräch, einen Dialog in dem wir uns annähern und in Verbindung sind.

00:41:13: Das heißt das was wir brauchen damit eine Beziehung gesund ist, ist das sichere Gefühl der Verbundenheit, der Verlässlichkeit.

00:41:22: Egal was ich tue egal wie ich mich verhalte, egal was ich mache Ich bin mir grundsätzlich deiner Liebe und der Verbundenheit mit dir sicher!

00:41:32: Und dann gibt es Momente, in denen wir uns streiten.

00:41:34: In denen wir nicht einverstanden sind.

00:41:35: miteinander rund und rund ja?

00:41:37: Wenn ich aber merke dass Ich nähe Liebe Anerkennung nur dann bekomme wenn ich mich auf eine bestimmte Art und Weise verhalte Und aus der Bindung rausgekickt werde wenn ich mal eine andere Meinung habe wenn ich Mal Kontra gebe Wenn ich mal Kritik ausübe Dann sind das sofort immer Signale dafür keine gesunde Beziehung ist.

00:42:05: Weil in der gesunden Beziehungen wirst du angenommen für das, was du bist und musst nicht dem anderen nach den Mund reden oder dem anderen bedingungslos die Wünsche erfüllen oder dich bedinglungslos seinem Kontroll- und Machtbedürfnis unterwerfen.

00:42:23: Nun ist es aber so wenn dein Gehirn konditioniert ist weil Du schon so groß geworden bist.

00:42:30: Dann kehrst du Bruce Perry.

00:42:39: Bessel von der Kolk sagt, the body keeps this score.

00:42:42: in unserem Körper ist alles gespeichert was wir erlebt haben.

00:42:46: also ich habe emotionales Zuckerbrot und Peite schon erlebt in meiner Kindheit.

00:42:51: Guck mal mein Partner macht jetzt mit mir das gleiche oder das kenne ich.

00:42:56: doch Das vertraute Ungesunde ist leichter zu ertragen und einfacher als irgendwie was Neues, das ich gar nicht kenne.

00:43:06: Ja?

00:43:06: Das ist das Prinzip der Traumabindung, der intermittierenden Verstärkung.

00:43:10: Ich bin es gewohnt, mal werde ich gut behandelt, mal werden die schlecht behandelt – das kenne ich alles!

00:43:15: Und wenn ich aber Störgefühle habe und sie anspreche positive Resonanz bekommen.

00:43:26: Dann habe ich ganz stark Indizien dafür, dass hier die Beziehung sich in eine nicht gesunde Richtung entwickelt.

00:43:33: Dafür brauche es aber einen inneren Kompass bei mir das überhaupt zu checken und zu verstehen, dass das gerade nicht besonders gesund ist.

00:43:41: Also ich bin oft die, die in meinen Klienten, gerade wenn sie in den Paartherapie kommen, denen zu sagen, Moment mal!

00:43:48: Das ist ihr normales Miteinander – das ist aber nicht besonders.

00:43:53: Ach so, ja.

00:43:54: Ich kenne das gar

00:43:55: nicht.

00:43:56: Ja was dir auch sehr spannend ist, dass mit diesem Prozess des sich eingestehens, dass man sich hier gegebenenfalls in Dynamiken wiederfindet die gern nicht so gesund sind oder gar nicht so normal sein sollten ihr oftmals auch mit ein her geht, dass Man quasi auch bei sich selbst erkennt wow also ich bin ja dann offensichtlich auch jemand der so etwas mit sich machen lässt Und das kann ja durchaus auch eine schmerzhafte Erkenntnis sein.

00:44:24: Also wenn ich weiß, ich bin zum Beispiel mit einem Nazisten in einer Partnerschaft dann ist mir ja auch bewusst dass wenn es eine Person ist die sich immer selbst auf den Sockel stellen muss Ich offensichtlich von der Persönlichkeit her jemand zu seinen Scheine Der sich gerne unterordnet Ja und... Das ist ja zwangsläufig jetzt nicht so So eine Erkenntnis mit der man sich so rundum wohl fühlt, sondern im Zweifelsfall auch ein bisschen unangenehm behaftet.

00:44:52: Also wie reagieren Menschen?

00:44:54: Also weiß nicht ist den Menschen das die zu dir kommen von Anfang an klar dass sie eigentlich so ticken oder erkennen die das dann gemeinsam mit dir?

00:45:03: also erstens erkenne dich selbst kostet echt überwindung ja.

00:45:09: und dann Über dem verantwortung ja.

00:45:13: das heißt Erst mal, ich finde immer Wissen macht schlau.

00:45:16: als erstes brauche ich wissen.

00:45:18: Das heißt es muss verstehen aus welchem Stall komme ich, welche sind meine Muster?

00:45:22: warum gerate ich immer wieder in diese Beziehungen?

00:45:25: Zweitens wen habe ich denn gegenüber?

00:45:27: erkenne den anderen?

00:45:29: zweiter wichtiger Grundsatz okay guck mal der oder die macht das doch mit mir genauso wie mein Mutter an meiner Mutter oder meinen Vater.

00:45:37: Guck mal da ist doch ein Muster drin.

00:45:39: Und dann drittens übernehme, übernimm Verantwortung für dich selbst.

00:45:44: Also hör auf zu hoffen, zu glauben dass der andere sich verändert.

00:45:49: das nennt man die radikale Akzeptanz.

00:45:51: sondern okay Ich kann an mir etwas fennen, ich kann einen anderen Menschen nicht überzeugen sich zu verändern.

00:45:59: Ich kann zu einem Partner nicht sagen du, ich finde es super wenn du dich deinen nazistischen Anteil stellen würdest der klatscht sie dir ins Gesicht wie eine Urweige und sagt ja selber Nazistin was willst du denn eigentlich?

00:46:11: Das heißt jeder erwachsene Mensch hat und das ist so schwer wenn du als Kind nicht wirklich gut gehalten wurde, ist nicht wirklich gut emotional versorgt worden.

00:46:21: Dann hast du immer dieses Bedürfnis als Erwachsener des jemand anderes das jetzt endlich tut.

00:46:26: Ich lieb dich sieht, dich hält, dich tröstet.

00:46:29: aber wenn du merkst dass funktioniert ja hier gar nicht dann bin ich dran zu sagen ich übernehme Verantwortung für mich und ich gehe aus der Opferrolle raus!

00:46:41: Das wollen viele nicht hören.

00:46:45: Wieso?

00:46:45: Ich bin doch kein Opfer, der andere ist ein Täter.

00:46:48: Nein!

00:46:49: Also es gibt bei einer Vergewaltigung gibt es einen Täter und einen Opfer.

00:46:52: Klare Kante, keinen Bennenaber aber in diesen Beziehungsdynamiken gibt es Täter-Opfer-Dynamiken.

00:47:01: Der eine macht das und der andere lässt es mit sich machen nicht weil er blöd oder doof ist sondern weil er bestimmte Prägungen hat die darauf anspringen richtig neurobiologisch und physisch reagieren.

00:47:17: Und wenn ich das aber verstehe – und das ist ja der erste Schritt, dann ist der zweite zu sagen, will ich mir das für immer antun?

00:47:25: Nein!

00:47:26: Dann muss sich aber den Mut haben Verantwortung für mich zu übernehmen.

00:47:30: Das heißt meine Muster zu erkennen etwas tun um sie zu verändern und im Zweifel auch bereit sein diese Beziehung zu verlassen Und aus der Opferrolle in die Akteurrolle gehen.

00:47:44: Aktiv und sagt Stopp!

00:47:46: Ich sorge gut für mich, ich möchte diese Art von Beziehung nicht mehr.

00:47:50: Und ich habe Leute in meiner Gruppe sitzen auch gerade in der aktuellen Assismusgruppe dieses stark und frei Gruppencoaching-Runde die ich immer habe.

00:47:58: Da sind drei Frauen, die sind seit fünfunddreißig Jahren zwischen dreißig und fünfhunddreißig Jahren in so hochgradig toxischen und melancholativen Beziehungen sogar mit massiver körperlicher Gewalt.

00:48:11: Nicht nur mit der psychischen Ja?

00:48:13: Die sind immer Mutter!

00:48:16: Weil es so schwer ist, daraus zu gehen.

00:48:18: Weil es bedeutet... Ich erkenne!

00:48:22: Es funktioniert nicht.

00:48:24: Egal wie sehr ich mich verbiege.

00:48:27: Das tut weh.

00:48:29: Es ist schwer.

00:48:31: Das ist ein Gefühl von Versagen.

00:48:34: Worin habe ich denn hier investiert?

00:48:35: jahrzehntelang?

00:48:36: Ich hab doch alles gegeben.

00:48:37: Ich hab auch alles getan.

00:48:38: Und das wird aber trotzdem nie besser werden, egal wie sehr du dich verbiegst.

00:48:45: Ist eine bittere Erkenntnis.

00:48:49: Das ist das Spannende, gell?

00:48:50: Also je... dass es genau den Gegenteiligen Effekt hat.

00:48:54: Je mehr wir versuchen etwas zu bewirken was wir nicht authentisch selbst darstellen umso mehr verstärken wir genau das was wir vermeiden möchten.

00:49:04: Ganz genau!

00:49:06: Und sag mal Britta wenn du sagst es sind da sorry Damen oder Herren ich weiß es nicht die das schon seit fünfundzwanzig Jahren oder länger leben und ich gehe jetzt mal davon aus hier sind vielleicht mit um die zwanzig in so eine Partnerschaft reingerutscht Oder haben sich wahrscheinlich, haben sicher bewusst genau diese Partnerschaft ausgesucht.

00:49:22: Ja man sagt ja auch immer das Leben unter... Das Leben wird uns immer wieder mit Menschen und Situationen konfrontieren die uns zeigen wo wir nicht frei sind.

00:49:29: Das heißt also eigentlich jede Situation in der wir erneut das Gefühl haben vom Leben gepeinigt zu werden ist eigentlich potenzieller Augenöffner.

00:49:37: Also ein Moment zum potentiellen Augen öffnen und erkennen.

00:49:40: aber meine Frage ist Wie wahrscheinlich ist es, dass jemand ja vielleicht mit zwanzig in so eine Beziehung hineingeraten ist?

00:49:48: Dass er jetzt seit fünfundzwanzig Jahren quasi mitmacht und hier extrem gefestigt ist.

00:49:53: In dieser Rolle des sich Unterordnens da noch mal wirklich rauszukommen?

00:49:59: also gerade bei Frauen muss ich sagen gibt es viele und mit viele meine ich halt die die zu mir kommen aber sich diesen Prozessen stellen die auch noch Mitte Fünfzig, Sechzig, Mitte Sechszig.

00:50:15: Die älteste Frau, die ich begleitet habe in einer Trennung von Amucra mit einem nazistischen Partner war Fünfund Achtzig.

00:50:21: Unfassbar!

00:50:22: Die war also seit über fünfzig Jahren, sechszig Jahren mit diesem Mann zusammen.

00:50:27: Frauen haben häufiger den Mut als Männer sich dem zu stellen und zu sagen jetzt ist endgültig genug.

00:50:37: Und wenn ich nur noch fünf gute Jahre zu leben habe, ist es das Wert Weil es ja die Bereitschaft braucht zu verstehen, welcher mein eigener Anteil daran war der das System aufrecht erhalten hat.

00:50:54: Und das bedeutet eben sich dieser Scham zu stellen und zu sagen nicht ich bin Schuld weil das Schuld- und Schamthema ist das was wie Beton wie ein starker Klebstoff uns in diesen Beziehungen hält wenn ich mich dem stelle und ich sage, aber ich bin nicht schuld sondern es ist passiert weil.

00:51:16: Ich ist nicht besser wusste diese Beziehungsmuster mir bekannt waren aus meiner Kindheit Weil sich da einfach eine Dynamik entwickelt hat die mich gehalten hat weil ich Angst habe vor einer Zukunft alleine ja weil ich finanziell abhängig bin oder war Und dann aber sage Koste ist, was es wolle.

00:51:37: Ich gehe aus dieser Beziehung raus und sogar bereit bin in Kauf zu nehmen, dass ich dann muttersehler alleine bin, das der nazistische Partner eine massive Nachtrennungsgewalt möglicherweise ausüben wird.

00:51:50: Ich will aber trotzdem freisen!

00:51:52: Ich will das nicht mehr.

00:51:54: Dann ist das durchaus möglich?

00:51:57: Und das passiert jetzt immer öfters.

00:51:59: Es gibt auch mehrere Statistiken darüber dass diese Trennungen und Scheidungen in hohem Alter, also hohes Alter als sechzig plus aber auch noch mit siebzig oder älter passieren in der heutigen Zeit.

00:52:12: Weil sich insbesondere die Frauen das nicht mehr gefallen lassen wollen.

00:52:19: Leicht ist es aber nicht.

00:52:20: Das ist keine Frage.

00:52:23: Gibt's denn auch den anderen Weg?

00:52:25: Oder die andere Hoffnung, dass jemand, der sozusagen Nazistisch agiert, also die Nazistenrolle hat in so einer Dynamik.

00:52:32: Von sich aus sagt oh shit das geht jetzt zu weit, da habe ich Anteile, die gefallen mir selbst nicht mehr.

00:52:39: und kommen solche Menschen auch zu dir?

00:52:41: und gibt es von der Seite vielleicht auch Hoffnung im Anführungszeichen beziehungsweise und ich weiß es ist doof wenn wir zwei Fragen zustellen aber wie erkenne ich denn bei mir selbst?

00:52:52: ja dass ich nicht nur diese gesunden Anteile hab, von denen du auch gesprochen hast ja und die integriert habe sondern dass sie durchaus ungesund sind.

00:53:00: Und wenn es nur für andere ungesunde sind und das den überwiegendem Teil meiner Persönlichkeit ausmachen der dann für mich vielleicht und meine Umgebung ungesunder ist.

00:53:09: also ich finde es erfordert sehr großen Mut in den Spiegel zu gucken und zu sagen Ja Hab auch nazistische Anteile, ich neige dazu andere abzuwerten.

00:53:23: Ich neige da zu Recht haben zu wollen.

00:53:26: Ich bin wahnsinnig empfindlich und gleich kränkbar und ja... ...ich brauche dieses Gefühl von Macht- und Kontroll über Andere!

00:53:34: Ich habe in meinem Buch dem ein ganzes dickes fettes Kapitel gewidmet damit auch Menschen die nazistischen Anteilen bei sich entdecken den Mut finden.

00:53:43: Sich der Scham stellen können so zu sein.

00:53:45: nur Dafür braucht es als allererstes, eine Fähigkeit selbst zu reflektieren.

00:53:52: Wenn du jetzt eine nazistische Persönlichkeitsstörung hast die ja nach bestimmten Kriterien kodiert ist und also auch diagnostiziert werden kann und einfach eine bestimmte Abfolge und Anzahl von, sagen wir mal, Symptomen braucht Wenn die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung erfüllt sind, ist die Wahrscheinlichkeit etwas zu verändern an sich sehr, sehr gering.

00:54:15: Weil das sind Muster, die entwickeln sich in der Kindheit oder Pubertät der Jugend und sind sehr gefestigt in Bezug auf die Art und Weise wie ich Beziehung erlebe, wie ich mich selbst sehe, wie andere sehe, Und die sind bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, unabhängig von ob es nazistisch ist oder eine andere.

00:54:34: Sind die anders als an über anderen Menschen und sind sehr tief verwurzelt?

00:54:41: Es gibt aber erstens nicht so viele Menschen, die wirklich eine nazistische Persönlichkeitstörung haben sondern es gibt viel mehr Menschen, wie die sogenannten normal-nazistischen Kriterien haben.

00:54:53: Die sind ein bisschen kritikempfindlich, ein bisschen überheblich, arrogant.

00:54:57: Also sie sind in milderen Spektrennen unterwegs.

00:55:01: Also ich erfülle nicht die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung zum Beispiel.

00:55:06: Das heißt, wenn ich mich in diesem Spektrum bewege und verstehe meine Kindheitsgeschichte, war die und die, das schau her!

00:55:14: Ich musste so werden.

00:55:16: Ah, ich kann es aber auch anders tun.

00:55:20: Ich kann mich auch entscheiden kein Arschloch zu sein ja?

00:55:24: dann gibt es da eine sehr große Chance auf Veränderung.

00:55:29: Es gibt einen superspannenden Podcast, das ist von Jakob Müller und Cécile Lötz.

00:55:35: Das sind zwei deutsche Psychiater, die haben Psychoanalytiker.

00:55:39: Die haben den tollen Podcast Rätsel des Unbewussten und dort gibt es die Geschichte von Tom dem Nazisten der zehn Jahre Psychoanalyse gemacht total verändert.

00:55:53: Die hat eine nazistische Persönlichkeitsstörung, das heißt es ist schon machbar etwas an unserem Verhalten zu verändern und unseren Sichtweisen.

00:56:05: wenn wir sehr stark nazistisch strukturiert sind umso schwerer.

00:56:08: aber je milder die Erscheinungsform desto leichter.

00:56:10: jetzt ist aber das Problem folgendes Wenn ich recht stark Nazistisch konnotiert bin dann neige ich dazu die Verantwortung auf andere abzuwälzen und sie nicht bei mir selber zu sehen.

00:56:22: Und immer wieder, wenn ich Paare habe bei denen einer der beiden Mittel bis stärkere ausgeprägte nazistische Züge habe.

00:56:31: Dann kommt immer dieses Ja aber ja also ja Ich weiß ich hab mich da falsch verhalten Aber du hast ja auch das und dass gemacht getan.

00:56:42: und dann ist zwar Der Wunsch da diese Beziehung zu retten oder die sehe ich habe jetzt auch ein paar wieder bei mir.

00:56:49: die sind seit fast dreißig Jahren zusammen.

00:56:51: Und er hört jetzt, was die Frau alles an Verletzungen erlebt hat mit ihm und hört dazu.

00:56:56: Dann fängt er an bitterlich zu weinen und dann weiß ich schon okay das sind die Krokodilstränen des Selbstmitleides.

00:57:04: Ja?

00:57:05: Ich will mich ändern!

00:57:06: Ich will anders werden!

00:57:07: Ich wil alles tun aber du bist ja auch so uns oder sich.

00:57:10: stopp herso und so.

00:57:12: Nein bleiben Sie mal bei sich.

00:57:15: Ihre Frau hat Ihnen jetzt in den letzten vier Sitzungen erzählt, was sie ihnen in zwanzig Jahren alles für Verletzungen erlitten hat durch ihre Wut, ihre Ausbrüche, ihre Ungeduld.

00:57:28: Hören Sie mal dahin und fühlen Sie da mal rein!

00:57:33: Und dann ist immer die Frage Ist dieser Schiff möglich?

00:57:38: Dieses?

00:57:40: Ich war echt ein Arschloch.

00:57:42: oder Ich versuche zu verstehen, was bei mir passiert, wenn ich so ausraste davor.

00:57:47: Was passiert bei mir?

00:57:50: Und dann ist es diese Reise in die Muster der Vergangenheit – was haben Mama und Papa mit mir gemacht?

00:57:55: – um deine Frage zu beantworten.

00:57:58: Oliver, es kann gelingen aber es braucht eine große Fähigkeit sich selbst zu reflektieren und Verantwortung übernehmen für das eigene Verhalten und dessen Konsequenz.

00:58:14: Und in einer gesunden Beziehung können zwei Menschen das, die können Verantwortung übernehmen für ihr Verhalten, für das was sie sagen, für dass was sie tun.

00:58:23: Je narzistischer ein Mensch ist, je ausgeprägter die Merkmale, desto geringer die Bereitschaft diese Schuld auf sich zu nehmen.

00:58:31: warum?

00:58:32: Weil es mir schon als Kind suggeriert wurde, dass ich Schuld bin und falsch bin!

00:58:36: Und das will ich abwehren, es ist ein Abwehrmechanismus.

00:58:39: Ich will das nicht fühlen!

00:58:41: Wenn ich jetzt aber sage Oliver du bist aber jetzt nicht mehr der kleine Oliver der von Papa niedergemacht wird weil du kein Indianer sein willst sondern ich bin der große Oliver und ich kann lernen selbst mitgefühlt mir zu haben dann kann ich etwas verändern alles Dinge die wir alleine meistens nicht schaffen für die wir bisschen therapeutischen Support brauchen.

00:59:09: Was ich mich immer frage Britta ist, wahrscheinlich gibt es da keine Generalantwort zu.

00:59:13: aber wie viel Sitzung oder Stunden, Tage monate Jahre braucht es denn?

00:59:22: Also um diese Gefühle die wir früher vermieden haben, diese Gefülle des Schmerzes und der Ablehnungen weil wir so wie wir waren nicht gut genug waren Wie viele Stunden Monate oder Jahre braucht es denn, das nochmal zu durchleben und wirklich zuzulassen bis sich das irgendwie auf so einer Art gesundem Basisniveau eingependelt hat.

00:59:46: Also reicht da reichender Zwei-, Drei-Sitzung beim Therapeuten oder bei der Therapeutin?

00:59:50: Oder ist das was wo man quasi die nächsten sechs Monate abends schlafen gehen muss, sich dann noch mal ganz tief reinversetzen muss?

00:59:59: Also Quick Fix gibt's nicht!

01:00:03: Also erstens, wir müssen uns immer bewusst sein dass wir mit diesen Mustern schon sehr lange durchs Leben gehen.

01:00:09: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier unser Gehirn Hastveränderung.

01:00:13: das heißt wieso soll ich den jetzt plötzlich etwas anders machen was immer ganz gut funktioniert hat?

01:00:18: Es ist immer die Frage wie groß ist mein Leidensdruck?

01:00:22: ja Wie geht es mir wenn ich sehr sehr nazistisch bin und das alles super toll finde?

01:00:27: dann ist wie so der Problem bist doch du und nicht ich.

01:00:30: Ja Du bist falsch habe ich ja gar nicht ein Motiv, um etwas zu verändern.

01:00:36: Das Motiv hab' ich in der Regel wenn Dinge nicht so gut laufen und wenn ich einen Leitensdruck habe Und dann ist immer die Frage wie verpanzert oder wie offen Ist mein System im Bezug auf Fühlen?

01:00:54: Wie sehr kann ich es aushalten plötzlich Schmerz zu fühlen Trauer Wut Scham, Angst, Ekel.

01:01:05: Oder muss ich gleich zur Schokolade greifen?

01:01:08: Zum Alkohol greifen und zur Zigarette greifen zum Pornon damit ich mich betäube und das nicht fühle.

01:01:14: Das heißt wir müssen erstmal eine Bereitschaft entwickeln bei Menschen ins Fühlen zu gehen ihre Emotionen zu füllen.

01:01:21: Und das mache ich mit Patienten oder Klienten in einem sehr ganz kleinen Dosen.

01:01:25: ja Ich nenne es immer So sit with your emotions, sitzt da mal still ohne Handy oder Ablenkung und fühl einfach mal was kommt und spüre es in deinem Körper.

01:01:39: Fühle rein, lass es kommen, beschreibe es, schreib es auf!

01:01:44: Das ist für viele schon eine riesengroße Hürde.

01:01:48: Und wenn ich das mehr und mehr übe weil viel von dem kann ich mit einfachen Instrumenten auch selbst lernen noch mich körperlich zu fühlen.

01:01:57: Alle diese ganzen Gefühle und Emotionen finden ja nicht im Kopf statt, ich finde ihr hier in unserem Körper statt Ja?

01:02:01: Wenn ich Angst habe stehen jetzt meine Kette zu, wenn ich mir Schäme werde, ich roten möchte dem Erdboden versunden.

01:02:07: Wenn ich trauere dann bin ich ganz so in mich gekehrt um Weine!

01:02:10: Wenn ich glücklich bin und mich freue, dann kommt es aus mir raus.

01:02:13: Das heißt alles das ist verkörpert.

01:02:16: Das heisst wir brauchen erstmal wieder einen Zugang zu unserem Körper.

01:02:23: Wenn Menschen jetzt sehr traumatisiert sind und sehr viel Schlimmes erlebt haben, braucht das natürlich viel länger.

01:02:28: Aber man kann schon in relativ kurzer Zeit einfach wieder üben mal sich selbst so zu fühlen und einfach auch zuzulassen dass da Gefühle kommen nicht so schön sind ja?

01:02:40: Und dann denke ich immer es ist zumindest meine Haltung viele von uns um mich zu sagen die meisten brauchen oder bräuchten ein Leben lang immer mal wieder jemand an ihrer Seite, der sie unterstützt, denen Feedback gibt.

01:02:56: Ich bin kein Freund von zehn Jahren Therapie.

01:02:58: ja ich selber war wenn nicht alle meine Therapiejahre zusammenzählen mehr als dreißig Jahre in Therapien würde ich heute auch anders machen.

01:03:06: vor allen Dingen weil die metakognitiven Verfahren die also bei den du nicht nur redest wie in der Faltenstherapie oder in der tiefen psychologischen Therapie.

01:03:15: Alles, was man heute macht ist ein bisschen körperorientierter, verbindet dich mehr mit deinem Fühl und mit deiner Emotion ist wesentlich wirksamer.

01:03:22: Früher hat man nur Talking Keyboard gemacht, nur geredet gerede gereded, nur da sind Grenzen gesetzt.

01:03:27: so kann es alles verstehen und trotzdem nicht in der Lage sein Dinge umzusetzen.

01:03:31: das heißt Ich arbeite auch in meinen Gruppen, sehr körperorientiert mit vielen kleinen Dingen und sage immer üben, üben.

01:03:40: Wenn wir jeden Tag üben um uns zur Praxis machen, zur Gewohnheit, uns zu fühlen!

01:03:47: Mit unseren Emotionen, mit all diesem Shit den mir nicht wollen.

01:03:50: jeder von uns hat jeden Tag mindestens ein bis zehn oder zwanzig unangenehme Gefühle.

01:03:56: ja die bringen uns aber nicht um Sylvester Walsh.

01:04:01: Unsere Gefühle können uns nicht umbringen, sondern nur das was wir gegen sie tun.

01:04:07: und deswegen möchte ich immer die Menschen ermutigen offen in so einem Prozess zu gehen und nicht zu sagen oh Gott wie lange dauert das fragt mich jeder, habe ich viele Sitzungen, sage ich keine Ahnung weiß ich nicht.

01:04:16: aber wenn du dich auf den Weg machst und bereit bist zu praktizieren zu üben auszuprobieren zu versuchen dich zu fühlen dich deinen Themen zu stellen.

01:04:27: Dann wird sich relativ schnell schon etwas verändern und dann ist es halt ein Prozess, der dauert für mich ein Leben lang auch für mich ja auch für euch, für jeden von uns.

01:04:37: Ist diese sich selbst erkennen die anderen zu erkennen?

01:04:40: Und zu gucken okay wie kann ich's besser machen so dass mein Leben mehr Lebensqualität hat.

01:04:46: Das sind lebenslange Prozesse hört erst nach dem letzten Atemzug auf würde ich sagen.

01:04:52: Also das ist eine Ermutigung von meiner Seite an alle, sich den eigenen Themen zu stellen.

01:04:58: Weil es ist eine spannende Reise.

01:05:03: Das heißt im Grunde genommen glaube ich hast du die Frage, die ich stellen wollte schon beantwortet wie man sich eigentlich vor solchen Rückfällen schützt.

01:05:09: also nehmen wir mal an Ich war jetzt für mich erfolgreich in einer Therapie bei dir.

01:05:14: Hab mich erst diese nicht gesunden Beziehung befreit dann ist ja noch nicht automatisch alles gut.

01:05:21: Also die Gefahr besteht ja vermutlich weiterhin, wenn ich nicht weiter praktiziere und selbst dann ist sie nie ganz weg.

01:05:30: Habe ich dich richtig verstanden?

01:05:31: Das ist wie ein krockner Alkoholiker.

01:05:33: also in diesen Mustern der ungesunden Beziehung sind sehr viele Parallelen und Analogien zu Sucht.

01:05:40: Es sind die gleichen Muster im Gehirn.

01:05:42: Intermittierende Verstärkung, Dopaminkortisol, Nähdistanzen, immer dieser Wechsel.

01:05:49: das heißt Ich habe eine hohe Rückfallgefahr, aber auf die darf ich wohlwollen gucken und sagen.

01:05:57: Ich brauche wie eine Art dauerhafte Psycho Hygiene ein ständiges Wachsam sein.

01:06:03: wenn ich als trockener Alkoholiker in den Schnaps lagen gehe ist das echt hart.

01:06:08: Das heißt, wenn ich als Narzissmusgehalter oder aus einer ungesunden Beziehung kommender Gehalter wieder in so eine Beziehungsgerate wird es natürlich wieder schwierig.

01:06:20: Das ist das was ich sage mit der Narzismusbrille durchs Leben gehen.

01:06:25: Vorsichtiger sein wachsamer nicht mich gleich in eine Beziehung stürzen sondern mir Zeit lassen den Menschen kennenzulernen mal ein bisschen mit Vorsicht alles zu beachten mich selbst zu reflektieren dahin zu fühlen Nazismus resistent werden, also der Versuchung in den Schnapsladen zu gehen und zu widerstehen.

01:06:45: Dann ist die Wahrscheinlichkeit dass meine Rückfälle heftig und lang werden dort durchaus geringer.

01:06:51: aber ich brauche ein Leben lang diese Wachsamkeit und dieses auf mich gute achten als Akt der Selbstfürsorge.

01:07:00: Und natürlich sind stark, also je stärker die nazistischen Merkmale, desto faszinierender sind diese Menschen.

01:07:07: Das heißt wenn ich immer in toxischem und ungesunden Beziehung war dann fühlt sich eine gesunde Beziehungen erstmal stinklangweilig an!

01:07:18: Da gibt es nämlich kein Dopaminkortisol Himalaya rauf und runter da gibts höchstens tuskanische Fügel.

01:07:26: Und das finden viele echt gewöhnungsbedürftig, weil die sichere Bindung, die gesunde Beziehung ist wie ein langer ruhiger Fluss.

01:07:35: Das ist nicht auf den Hamburger Dom gehen und hier achterbar am Fahren, sondern es ist wirklich so.

01:07:43: Sicherheit, Beständigkeit, Ruhe – natürlich auch eine gewisse Langeweile!

01:07:50: Und diese ungesunden Beziehung leben sehr stark von vielen, vielen Dopaminkicks und nach denen werden wir Menschen sehr schnell süchtig.

01:08:01: Jetzt hattest du eingangs angesprochen dass das auch ein Generationenthema sein könnte also so wie unsere älteren Generationen nach Kriegstraumatisiert eventuell aufgewachsen ist es eventuell weitergegeben hat.

01:08:17: Siehst

01:08:18: du, dass das ein Generationenthema sein könnte?

01:08:20: Siehst Du, dass es jetzt weniger wird oder vielleicht sie Dopaminkrieg und sozialen Medien mehr wird.

01:08:27: Gibt's da irgendwelche Tendenzen?

01:08:30: Also ich würde das mal trennen.

01:08:33: Es gibt einmal gibt es die sogenannten epigenetischen transgenerational Traumarmusterverletzungen Dinge, die weitergegeben wurden.

01:08:44: Da gibt es diese ganz interessante Epigenetiktheorie über die Telomere also diese kleinen Kappen wie Schnürsenkelkappen am Ende unserer Genel, die durch chronischen Stress so ausgefranzt werden und dann später innerhalb der Weitergabe von Informationen der Gene Veränderung bewirken.

01:09:03: Also Epigenetic ist kein esoterisches Konstrukt sondern das ist durchaus wissenschaftlich erwiesen.

01:09:09: Das heißt Wenn die vorherigen Generationen sehr viel chronischen, dauerhaften Stress hatten durch Kriege, Flucht, Trauma, Missbrauch, schlimme Erlebnisse.

01:09:21: Dann wird das in irgendeiner Form weitergegeben auch hier.

01:09:24: Die individuelle Resilienz ist ja unterschiedlich.

01:09:27: deswegen kann es sein dass der eine was davon abbekommt und andere weniger.

01:09:31: Das heißt Es gibt eine Notwendigkeit, das was man heute Cyclebreaking nennt diese Muster zu durchbrechen und sich einmal die Herkunftsgeschichte anzugucken und zu schauen was es in unserer Familie passiert.

01:09:45: um das zu heilen.

01:09:47: Ich habe zum Beispiel in meiner Familie als erstes Cyclebreaking gemacht, meine Töchter – ich habe zwei wachsende Töchter – die machen damit weiter weil wir sind noch nicht fertig.

01:09:56: Das heißt sie sind auch in Therapie und beschäftigen sich mit diesem Themen.

01:09:59: Wir arbeiten alle an diesen transgenerationalen Traumomustern, die nicht nur Nazismus umfassen sondern ganz viele andere Themen auch chronische Krankheiten sucht, verhalten Schmerz usw.. Das ist das eine.

01:10:12: D.h.,

01:10:13: hier erleben wir eine Veränderung, weil es mehr Bewusstsein gibt heute für diese Themen, weil Menschen eher in Therapie gehen, weil wenn ihr auf Instagram guckt fast alle meine Kollegen sprechen von Cyclebreaking und von nur transgenerationaler Muster durchbrechen in Therapien usw.

01:10:30: Das ist dass eine.

01:10:31: Das andere aber ist, wir leben in einem hochgradig nazistischen Zeitalter.

01:10:37: Ich, ich, ich.

01:10:40: Noch mal ich und wieder ich.

01:10:42: Social media befeuert das natürlich.

01:10:44: die Selbstoptimierung, die Darstellung von... Das ist alles fake till you make it!

01:10:49: Also auf Instagram laufen alle mit einer zistischen Maskerung so ungefähr.

01:10:54: Jeder zeigt sich von Seiten, die nichts mit Echtheit zu tun haben.

01:10:59: Nichts mit unseren schambehafteten kleinen Migrigen Anteilen mit unseren Fehlverhalten, mit unserem Wund und unseren Verletzungen.

01:11:10: Das heißt es braucht finde ich ein Bewusstsein dafür dass von dem was wir da jetzt heute draußen sehen was uns suggeriert wird durch die sozialen Medien durch alles was passiert Echtheitsgrad oder gehaltert von sagen wir mal null Komma irgendwas und Wir denken Es ist hundertprozent echt.

01:11:29: Das heißt auch, das alles in Relation zu stellen und zu sagen ey Moment mal ja also der kocht auch nur mit Wasser.

01:11:36: Aber trotzdem wenn uns etwas suggeriert wird, wenn du das um das tust dann wirst du unsterblich, dann bist du schlank und schön und perfekt.

01:11:43: Wenn dich so und so verhält sein findest du den Traumpartnern die Traumpartern und wenn du dass um das machst kriegst du den trauen Job.

01:11:49: das ist alles Bullshit!

01:11:50: Das weiß eigentlich jeder von uns.

01:11:52: Und trotzdem ist auch hier der Dopaminkick, ja?

01:11:55: Warum machen die Leute Dummscrolling?

01:11:57: weil du die ganze Zeit Dopamin Kicks kriegst und denen es offenlich das mache wird, dass besser man das macht über das Beste also dieses Gefühl wir müssen uns optimieren Wir müssen unser Leben besser machen Weil es ist ja so mickrig und so blöd aber das Leben von Kai des Lebens von Olivers viel toller.

01:12:12: Dann sind wir natürlich versucht auch uns eine Maske aufsetzen zu wollen um auch so zu sein.

01:12:19: Das heißt, es braucht so viel Mut finde ich sich dem zu entziehen und so zu sein wie wir sind.

01:12:28: Wenn mir das jetzt alle täten wenn alle Menschen authentisch seien dürfte es sich erlauben würden und ihnen die Umwelt auch erlaubt wird oder das umfällt dann hätten wir als ich bin ein bisschen vielleicht sehr optimistischer aber dann hätte man eine friedliche Welt haben wir ja nicht.

01:12:47: Das heißt, wir brauchen finde ich wirklich für uns jeder.

01:12:51: Für uns und auch für die anderen immer diesen Blick auf.

01:12:55: Wir sind alle nur Menschen!

01:12:59: Wir sollen, wir wollen, wir müssen menschlich sein ja?

01:13:03: Und den Anderen mit Wohlwoll mit Mitgefühl begegnen und das als erster Stelle mit uns selbst tun.

01:13:10: Tja wenn es das gelingen würde dann hätten was schön hier auf diesem Planeten.

01:13:14: oder was meint ihr

01:13:16: Auf jeden Fall.

01:13:17: Das ist aber nicht so leicht!

01:13:19: Was könnte jetzt auch um das Gespräch in Richtung Ende, weil wir beenden möchten mit dir?

01:13:25: Sondern vielmehr immer bei einer Stunde Gesprächszeit sind... was würdet ihr einfallen, Bretter?

01:13:32: Gab es eine spezielle Erkenntnis oder einen Ratschlag der dem Laufe der letzten zehn, zwanzig vielleicht dreißig Jahre zuteil wurde, die dir dabei geholfen hat

01:13:42: noch

01:13:43: besser bei dir selbst anzukommen, den du bis jetzt befolgst oder den du nicht vergessen konntest?

01:13:49: Ja also ich glaube das wichtigste war für mich wirklich anzunehmen.

01:14:00: Wirklich zutiefst anzunemen dass ich so bin wie ich bin und viele Gaben bekommen habe, wie jeder von uns oder jeder Mensch.

01:14:13: Jeder hat viel mitbekommen, hat viel in sich was gut ist.

01:14:19: und der Mut also für mich ist eine Frage des Mutes ja den Mut zu haben so zu sein wie wir sind auch im Kauf.

01:14:30: niemand dass wir dadurch bestimmte Menschen auf dem Weg verlieren werden weil das nicht jedem gefallen wird.

01:14:40: Und wenn ich sehe, wie ich heute zum Beispiel meiner Mutter gegenüber trete.

01:14:44: Ich bin nicht mehr abhängig von ihr.

01:14:47: Weder finanziell aber auch nicht mehr emotional und wenn ich seh wie gut es mir tut ihr zu sagen du das ist genau gut so dass ich so eine Mimose bin ja dann merke ich, dann spüre ich, weil ich sehe ja dann wie sie mich anguckt nur verständlich los und einfach das passt ihr nicht.

01:15:07: Ich bin nicht die Tochter, die sie wohl gerne hätte oder gehabt hätte.

01:15:11: Und trotzdem fühle ich zutiefst – ich bin aber genauso richtig wie ich bin!

01:15:15: Weil das was ich jetzt lebe und wie ich lebe ist gut für mich und ich möchte die Menschen wirklich ermutigen sich in den Spiegel zu schauen ihre Herkunft zu begreifen, sich selbst zu erkennen und zu sagen ja so wie ich bin.

01:15:35: Bin ich absolut wunderbar aber ich muss dabei auch bereit sein in Kauf zu nehmen das eben andere vielleicht bestimmte andere von denen ich gerne diese Anerkennung hätte sie mir nicht geben hören.

01:15:46: Es ist also ein Prozess von Individuation.

01:15:49: Ich gehe in meine Autonomie In der Hoffnung und das funktioniert auch, dass wenn ich meine Autonomie gut entwickle und nicht gut in mir mit mir fühle.

01:16:01: Dass sich dann auch eine gesunde gute Bindung geben.

01:16:05: Wer gesund autonom ist kann auch gute gesunde Bindung erleben.

01:16:13: Vielen vielen Dank liebe Peter!

01:16:15: Das und zwar vor allem dafür für mich.

01:16:18: also ich konnte spüren und fühlen ja wie es anfühlt.

01:16:21: Also hast du so tief uns daran teilhaben lassen

01:16:26: erst,

01:16:27: wie sich sowas anfühlt.

01:16:28: Ja und ich glaube weil das darüber hast du ein paar mal gesprochen ja es geht sehr stark über das körperliche übers fühlen.

01:16:34: jetzt ist nicht nur etwas intellektuelles und Das war's und wie du es beschrieben hast heute.

01:16:39: ganz herzlichen dank dafür.

01:16:43: Danke euch von Herzen.

01:16:45: Ein sehr besonderes Gespräch muss ich sagen.

01:16:48: Danke vielen

01:16:48: Dank liebe Britta.

01:16:54: Vielen Dank dass Du bis hierhin dran geblieben bist.

01:16:56: das bedeutet uns wirklich viel Und schreib uns gerne, was du aus der Folge mitgenommen hast.

01:17:00: Welche Gäste du dir wünschst oder was wir noch besser machen können?

01:17:04: Wir lesen und freuen uns über jede Rückmeldung zum Beispiel über die Spotify-Kommentarfunktion.

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01:17:16: Du verpasst keine neue Folge mehr.

01:17:18: Danke dass du dabei bist und bis zum nächsten Mal.

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