Warum perfekte Eltern scheitern - Dr. Jan-Uwe Rogge

Shownotes

Die wichtigsten Learnings in 5 Punkten: • Kinder sind keine Projekte – sie sind Persönlichkeiten, die wir begleiten, nicht formen. • Kinder sind Spiegel: Sie zeigen uns genau die Seiten, die wir bei uns selbst lange verdrängt haben. • Gute Erziehung ist Balance: zwischen Grenzen setzen und echter Beziehung auf Augenhöhe. • Perfektion ist der größte Druckfaktor – Kinder brauchen keine perfekten Eltern, sondern echte. • Entwicklung passiert im Alltag – nicht durch Methoden, sondern durch Haltung, Beziehung und Fehler.

Zum Gast: Prof. Dr. Jan-Uwe Rogge zählt zu den prägendsten Erziehungsexperten im deutschsprachigen Raum. Seit Jahrzehnten begleitet er Eltern mit Klarheit, Humor und einer tiefen Menschlichkeit durch die Herausforderungen des Familienalltags. Statt starrer Regeln vermittelt er Haltung, Beziehung und Mut zur Unvollkommenheit. Seine Botschaft ist so einfach wie kraftvoll: Kinder brauchen keine perfekten Eltern – sondern echte Menschen. Unsere wichtigste Erkenntnis aus dieser Folge: Kinder sind nicht nur unsere Verantwortung – sie sind unsere größten Lehrer.

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Transkript anzeigen

00:00:02: Unser heutiger Gast spricht über Erziehung so, dass man gleichzeitig lachen aufatmen und sich an den unangenehmen Stellen ehrlich ertappt fühlen darf.

00:00:23: Denn wenn es in Familien laut chaotisch oder kompliziert wird liefert er kein Wohlfühlflosking sondern etwas viel wertvolleres Klarheit Haltung und die beruhigende Erkenntnis das gute Eltern nicht perfekt sein müssen.

00:00:35: Er hat Generationen von Müttern und Vätern geprägt, da er über das Thema Erziehung weniger belehren spricht.

00:00:41: Sondern mit Witz Menschenkenntnis und einem tiefen Verständnis dafür was Familien wirklich zusammenhält.

00:00:47: Seine Gedanken haben unzählige Eltern entlastet und gleichzeitig daran erinnert dass Liebe allein nicht reicht wenn Führung fehlt und Grenzen alleine nicht tragen wenn Beziehung fehlt.

00:00:58: Heute sprechen wir über das, was Kinder wirklich brauchen.

00:01:01: Warum so viele Eltern zwischen Perfektionsdruck und Überforderung feststecken und wie Familien zu einem Ort werden können?

00:01:08: An dem nicht nur Kinder reifen sondern auch die Eltern an ihrer Rolle wachsen.

00:01:13: Freut euch auf ein tiefes, ehrliches und alltagsnahes Gespräch mit einem Mann der das Thema Erziehungen im Deutschsprachigen Raum über Jahrzehnte mitgebracht hat!

00:01:21: Herzlich willkommen bei Werde CEO deines Lebens Dr.

00:01:25: Jan Uwe Rogge.

00:01:26: Schön dass du heute bei uns bist.

00:01:27: Ja, moin.

00:01:31: Jan-Uwe, du sagst ja häufig, dass Eltern nicht die Kinder bekommen, die sie gerne hätten, sondern die Kinder, die Sie brauchen?

00:01:38: Was genau meinst du damit?

00:01:40: Ja ... Kinder sind Geschenke.

00:01:44: Geschenken, die man sich nicht selber aussuchen kann!

00:01:49: Das ist wie mit dem Geburtstagsgeschenk.

00:01:51: Du bekommst das was du vielleicht brauchst und ich glaube, Dass Kinder auch dazu da sind, noch Persönlichkeitsanteile in dir zu wecken.

00:02:04: Die vielleicht nur ja so schlummern die Wachgeküsst werden müssen.

00:02:11: Dieser Gedanke du bekommst das Kind was du verdienst ist natürlich dass dann Kinder nicht als Geschenke betrachtet fern sondern dass Kinder als Bestrafung angesehen werden.

00:02:23: Nein!

00:02:24: Kinder sind dazu da dass du sie ins Leben begleitest.

00:02:31: Und die Entwicklung eines Kindes ist von Höhen, ja auch von Tiefen gekennzeichnet und durch diese Etappen musst du durch und du spürst an dir selber auch mit einem Mal das geht und das geht nicht oder das hat mal funktioniert Funktioniert es nicht mehr.

00:02:58: Der Philosopher Aristoteles hat für Christus mal einen wunderschönen Satz formuliert, wenn du ein pflegeleichtes Kind haben willst dann zeuge ich es bei Südwind hat er damals formuliert.

00:03:12: und immer wenn ich das in Vorträgen so sage dann lachen einige weil die wissen ist war südwind.

00:03:22: Und einige gucken verzweifelt zur Decke, überlegen wie war der Wind und stellen dann fest es war Nordost.

00:03:31: Dann wissen sie warum Sie genau dieses Kind gerade haben.

00:03:34: aber Aristoteles war auch Pragmatiker, er hat geschrieben Wenn der wind anders war als süd, dann musst du die Segel heute anders setzen und das finde ich sein wunderschönes Bild dieser Pragmatismus der auch in diesem Bild von eines Todes drinsteckt.

00:03:57: Und was genau muss ich da tun?

00:04:00: Ich muss mich auf mein Kind einlassen, das sich immer wieder beobachtet des Eltern bei denen alles funktionieren muss die einen fixen Plan haben auch davon wie Kinder sich zu entwickeln haben.

00:04:19: Die bekommen meistens ein ganz anderes Kind, die bekommt vielleicht eine Schnecke als Kind.

00:04:24: Eine Schnecke wie einfach ganz langsam ist... ...eine Schnecke, die unendlich lange Zeit braucht morgens aufzustehen,... ...die unendliche lange Zeit brauchen gehen zu lernen, die lange Zeit brauch das Besteck zu benutzen, ja sie sich zeitlässt Sprache zu gebrauchen.

00:04:49: Das denke ich, das ist dann die Herausforderung dieses Kind in seiner Unvergleichlichkeit so anzunehmen wie es ist.

00:05:00: nicht was sich immer wieder beobachtet ist.

00:05:03: Eltern wollen einzigartige Kinder wollen unvergleichtliche Kinder ja aber zu einzig artig sollen sie doch nicht sein und So ein bisschen Mainstream könnte schon drin sein.

00:05:17: Also da merkt man es dann und der Pädagoge Pestalotsi hat, glaube ich, siebzehnhundertsechzig dazu einen wunderbaren Satz schon gewusst vergleichen nie ein Kind mit einem anderen es sei denn mit sich selbst.

00:05:34: vergleiche nie ein kind mit einem anderem es sei den mit sich an einer der zentralen Sätze überhaupt in der Begleitung von Kindern, das Kind so anzunehmen wie es ist und nicht wie ich es gerne hätte.

00:05:50: Und das geht aber noch weiter!

00:05:53: Nicht nur die Kinder so anzunehmen wie sie sind sondern auch sich selber als Mutter-und Vater so an zu nehmen wie ich bin und mich selbst auch nicht mit anderen Eltern, mit anderen Müttern oder Schätern zu vergleichen, sondern ich bin wie ich bin.

00:06:15: Und dann kann dich auch mein Kind so annehmen, wie es ist in all seiner Vielfältigkeit die es nun mal mit in diese Welt

00:06:25: bringt.".

00:06:27: Ist das denn so?

00:06:28: Das Kinder uns damit etwas leeren was ja weit über das Kindererziehungsthema oder Kinderthema hinausgeht nämlich wie kann ich mich selbst so wie ich annehmen und wie kann ich andere akzeptieren in ihrem menschsein ohne sie zu bewerten abwerten beurteilen in irgendeiner form so ein erst mal dieses annehmen?

00:06:48: deswegen fällt es uns vielleicht auch so schwer mit den eigenen kindern.

00:06:50: denn was ich mich mehr gefragt habe jede eltern waren ja mal kinder und die erinnerung daran ist ja noch da.

00:06:57: das heißt wir wissen ja welche grundbedürfnisse wir als kinder hatten und genau dass ist dann ja trotzdem die schwere.

00:07:04: das heißt irgendwas haben wir im erwachsen alter praktizieren, gelernt.

00:07:08: Was es schwerer macht und das ist vielleicht auch dieses Beurteilen oder wie siehst du das?

00:07:13: Naja in dieser Feststellung von dir sind natürlich viele Faktoren enthalten.

00:07:19: die Eltern von heute waren mal Kinder, waren mal pubertierende Und da kann ein Vorteil drin liegen unter einem Problem drinnen liegen.

00:07:29: was ich heute beobachte ist dass viele Eltern sich zwar an die eigene Kindheit erinnern, aber ganz häufig auch unter der Perspektive ich will es alles anders machen.

00:07:44: Ich will nicht so werden wie meine Eltern und darin liegt ein Problem.

00:07:51: das heißt man wertet ab, man grenzt sich ab und man schaut nicht danach welche Wurzeln die Eltern auch dargestellt haben, welchen Halt sie mir gegeben haben.

00:08:08: Welche Haltung Sie auch gezeigt haben?

00:08:12: Man kann nur wachsen wenn man um die Wurzeln, die man hat weiß also die Kräfte, die Energien, die da einem mit in die Welt gegeben wurden, also auch diesen Rückblick differenzierter zu gestalten.

00:08:31: Was hat mir gut getan?

00:08:34: Was war nicht so gut?

00:08:36: Was hat mich in meiner Entwicklung vielleicht auch behindert?

00:08:41: Ich will es so an zwei drei Beispielen verdeutlichen.

00:08:45: die Kinder haben früher hinter Büscheln gespielt und hinter den Büschel dabei die Kinder Republik.

00:08:52: Das war kein Ort von Basisdemokratien, da ging es zur Sache.

00:08:57: Büsche gibt's heute auch noch aber heute steckt in jedem Busch, ich sag's polemisch, na Mutter!

00:09:02: Das heißt die Kinder werden unterbrochen beobachtet und wenn sie beobachtet werden dann werden Sie verglichen.

00:09:13: Und der Vergleich ist ein Problem.

00:09:15: Ich hab´s eben angedeutet.

00:09:17: das andere ist.

00:09:18: es gab früher Rituale.

00:09:21: Rituale waren wichtig, Rituaale waren aber damals auch mit Macht verbunden.

00:09:27: Es wird um zwölf gegessen es wird um eins das und das gemacht was auch dazu geführt hat dass heute viele Eltern Rituelle nicht mehr pflegen nicht mehr in den Alltag übersetzen anstatt mal zu gucken.

00:09:45: Was war an Positiven in solchen Ritualen enthalten und was hat mir ein Ritural damals gegeben?

00:09:54: Zum Beispiel eine bestimmte Strukturierung der Zeit, einen bestimmten Halt wie Zusammenkunft der Familie.

00:10:02: Also das sind Momente die ich beobachte dass man bestimmte Dinge über Bord schmeißt Ohne mal zu gucken, vielleicht ist da ja auch etwas drin was mir in der Begleitung meiner Kinder hilft.

00:10:19: Also nicht alles wegzumachen.

00:10:21: und hinzu kommt noch so ein anderer Gesichtspunkt.

00:10:25: Und den ich so in den letzten Jahren beobachte sind eigentlich zwei Momente man will perfekt sein.

00:10:33: Man will keine Fehler machen!

00:10:37: gut machen.

00:10:37: Also ich mache es in Vorträgen immer klar vor vierzig Jahren sollten Kinder aufräumen, heute müssen sie richtig aufräumt.

00:10:45: Vor vierzig jahren durften Kinder spielen und heute müssen sich schön spielen.

00:10:50: Es ist so ein Hochleistungssport der da Einzug gehalten hat.

00:10:57: Und an zweiter Gesichtspunkt die Kinder sollen es einfach besser haben wenn man will das Beste für das Kind und vergisst sich als Mutter, als Vater häufig selber.

00:11:12: Mir hat mal eine Zenie gesagt meine Mama will mein Bestes Herr Rogge.

00:11:18: fast bleibt.

00:11:18: dann für mich Und das denke ich es ist ein toller Satz die Kinder wollen normale Eltern wollen Eltern die sie begleiten wollen Eltern aus Fleisch und Blut und keine pädagogischen Programme, die nach dem Stichwort Verzeichnis eines Ratgebers erziehen.

00:11:42: Und sie brauchen Eltern, die auch an sich denken.

00:11:47: und das Wort Eltern leitet sich aus Älter sein und nicht aus Young Forever.

00:11:54: Es leitet hier wirklich aus gelebtes Leben.

00:11:58: also Sie mögen auch Eltern Ja, die manchmal durchdrehen.

00:12:04: Die manchmal auch ausdrücken Ich weiß jetzt einfach nicht weiter.

00:12:09: Und dann wissen die Kinder ja Jetzt geht es dir eigentlich wie mir ich weiß häufig auch nicht weiter.

00:12:15: aber Es muss irgendwie weitergehen.

00:12:17: und das meine ich dass Kinder auch Lehrer sind.

00:12:22: in der indischen Philosophie gibt's das Bild von den Kindern als Weisheitslehrer Satz, dengemäß Kinder machen es immer und immer wieder.

00:12:36: Kinder machen so lange bis sie das Gefühl haben ja jetzt haben's meine Eltern geschnallt.

00:12:42: Das denke ich ist das Entscheidende auch bereit zu sein die Kinder anzunehmen von denen ich etwas lernen kann.

00:12:53: und das Wunderbare ist, Kinder stellen keine Zeugnisse aus.

00:12:58: Man kommt als Mutter- und Vater auch in die nächste Jahrgangsstufe ohne dass man ne Eins oder ne Zwei hat.

00:13:06: also das meine ich diese Lebendigkeit dieser Alltagstauglichkeit Die fehlt heute.

00:13:16: Meine Großmutter war eine Bäuerin der großen Bauernhof Und die sagte immer, man muss vieles auch aus dem Bauch heraus machen.

00:13:26: Aber dazu musst du gut essen und trinken!

00:13:29: Das heißt also der Bauch muss gefühlt sein.

00:13:32: nur dann funktioniert es im kleinen Prinzen.

00:13:35: Er hat das etwas philosophischer ausgedrückt.

00:13:38: Im kleinen Prinz steht das nicht vom Bauch sondern da steht er zum Herzen drin.

00:13:44: Man sieht nur mit dem Herzen gut Also die Liebe, die über das Herz geht.

00:13:51: Das denke ich ist etwas ganz Entscheidendes und ein typisches Beispiel dafür ist mein Buch Kinder brauchen Grenzen es ja nun wirklich Millionenfach verkauft worden und in der Anfangszeit kriegte ich immer Briefe warum ich in dieses Buch kein Stichwort Verzeifnis reingetan hätte.

00:14:13: Dann würde man das Buch besser gebrauchen können.

00:14:16: Also so nach dem Motto Paul, du musst jetzt aufräumen aber ich schlag vorher bei Herrn Orgenach und da steht dann von Seite einer neunzig bis hunderteins wie ich das Problem kommunizieren kann.

00:14:30: Aber so funktioniert es eben nicht.

00:14:32: Das heißt also Ja Du musst auch ein Stück weit bei dir selber bleiben Stark sein, es gibt diesen Satz vom Kinder-Schutzbund.

00:14:44: Starke Eltern, starke Kinder heißt nichts anderes formuliert.

00:14:49: Kinder werden stark wenn sie starke Eltern haben.

00:14:52: Eltern die auch an sich denken und Eltern die bereit sind älter zu werden.

00:14:58: Daraus leitet sich das Wort Eltern her bereit sein Älter Zu werden und nicht die Luftnummer zu machen Young Forever.

00:15:08: Aber wie kann so was praktisch aussehen?

00:15:10: Und vor allem, ich denke mal du hast gerade eben etwas angesprochen zu dieses gesunde Grenzensetzen.

00:15:15: Aber vorher war ja auch der Ausspruch von dem ein Mädchen, was bleibt da für mich?

00:15:20: Wie können die Kinder auch ausreichend den Raum bekommen um eigene Erfahrungen zu machen?

00:15:25: Das ist hier schon wieder so.

00:15:26: einen Anspruch an Eltern.

00:15:27: also einmal gesund grenzen setzen aber bitte ausreichende Raum lassen zum Machen von eigenen Erfahrungen.

00:15:33: und denkt bitte noch an euch.

00:15:37: Praktisch aussehen für Eltern.

00:15:39: Haben sie nicht gelernt, es gibt ja keine Elternschule in dem Sinn?

00:15:42: Da kommt ein Kind auf die Welt und jetzt geht's los!

00:15:45: Eltern bringen das mit was Sie erfahren haben.

00:15:48: Das heißt also Es ist Lebenserfahrung, die da ist Und ich spreche nie vom gesunden Grenzen setzen.

00:15:55: Es gibt keine gesunde Grenze.

00:15:58: Eine gesunde Grenze kann man maximal erfahren wie man zu viel gefressen hat.

00:16:02: Dann wird es ungesund sozusagen oder wenn du bestimmte Dinge die dann auf den Magen schlagen.

00:16:09: Aber Grenzen zu setzen ist eine Zubutung, für die Eltern und für die Kinder.

00:16:16: Und diese Zubotungen auszuhalten darum geht es.

00:16:20: Das heißt also, Zubothungen kannst du nur aushalten wenn zwischen dir und dem Kind ein Netz gespannt ist was diese Zumbotungen aushält.

00:16:32: Und das Netz nennt man Beziehung Und Beziehung kommt zustande, indem ich ein Kind wertschätze.

00:16:39: Indem ich ein kind achte und in dem ich einen Kind so annehme wie es ist.

00:16:45: Und nämlich mein Kind durch die unterschiedlichen Fährnisse der Entwicklung begleite.

00:16:51: Darauf kommt es an!

00:16:53: Ich habe es gesagt Es geht hier nicht um Schulzeugnisse.

00:16:56: Es gibt hier nicht darum dass man Klassenarbeit macht über die beste Erziehung formuliert, sondern es ist alltagspraktisches Tun.

00:17:06: Und zu diesem alltagspraktischen Tun gehört der Fehler dazu und nicht die Fehlervermeidung.

00:17:14: Auch das kann man von Kindern lernen.

00:17:17: Kinder machen Fehler weil sie durch Fehler immer einen Schritt weiterkommen.

00:17:23: Das heißt diese Art von Pragmatismus von dem ich am Anfang erzählt habe, dieser Pragmatismus.

00:17:30: Der fehlt.

00:17:32: Aber ganz kurz, da muss ich kurz rein.

00:17:35: Da kommen Kinder in die Schule und dann kommt der rote Strich des Lehrers?

00:17:39: Das ist in Bayern so!

00:17:43: In Hamburg ist das anders?

00:17:45: Es kommt auf das Schulsystem an.

00:17:47: und genau das ist ja wieder der Punkt Erziehung ist nicht Vorbereitung auf das Leben.

00:17:54: Erziehungen passiert in jedem Augenblick.

00:17:58: John Lennon hat einmal gesagt, während du Pläne machst, passiert das Leben.

00:18:03: Das heißt also, du kannst nicht vorbereiten!

00:18:06: Du weißt nicht wie es einem Kind in der Schule jetzt mal unabhängig von Bayern gibt.

00:18:13: Außerdem gibt's ja in der Zwischenzeit eine ganze Menge an Bundesländern wo es anders ist und es gibt eine ganze menge auch an freien Schulen wo es auch anders zugeht.

00:18:24: Das Kind kommt in die Schule und natürlich bedeutet das einen Einschnitt für das Kind.

00:18:31: Mit einem Mal ist nicht mehr das Spiel im Vordergrund, mit einem mal ist das Lernen stehen die Hausaufgaben im vordergrund?

00:18:43: Und jetzt ist doch eine Entscheidung einer Mutter eines Vaters wie gehe ich mit diesem Druck die ein Kind möglicherweise in der Schule empfindet, umgebe ich den Druck zu Hause weiter oder entdrücke ich beispielsweise.

00:19:02: Dass für mich bestimmte Programme nicht erst entscheidend ist sondern ich nehme mein Kind so an wie ich will und kann und das heißt vielleicht auch dass ein kind möglicherweise eine Klasse nochmal wiederholen muss.

00:19:19: Umwege erweitern die Ortskenntnis.

00:19:24: Ein Satz von mir, umwege Erweitern Die Ortskindness.

00:19:28: und ein Kind anzunehmen heißt es nicht Anzunehmend wenn Es Von Wellen kam zu Wellen Kam Servt Sondern ein Kind Anzunem Wenn Es Im Wellental Ist Damit Es Aus Diesem Tal wieder rauskommt.

00:19:46: das heisst also Man hat vielen mehr Möglichkeiten, als man denkt.

00:19:51: Wenn ich die schulischen Vorgaben, die da sind, als Maßstab nehme, handle ich fremdbestimmt.

00:20:01: Handle ich nicht in meinem Sinne und im Sinne des Kindes

00:20:07: beispielsweise.".

00:20:08: Und das habe ich gemeint damit ein Kind so anzunehmen!

00:20:12: Das war nicht irgendwie so ein dahingehauchter Satz, sondern die Annahme des Kindes zeigt sich in solchen Situationen.

00:20:24: Wenn ein Kind eben nicht mit diesem Fünf-Sternis Zeugnis nach Hause kommt, sondern wo man sieht ja da gibt es in der Tat Lücken also Wissenslücken aber Trotzdem ist es mein Kind.

00:20:43: Es ist mein Sohn, meine Tochter die jetzt gestärkt und die das Gefühl haben möchte ich bin auch gemocht wenn ich so bin wie ich bin.

00:20:59: Mein Full Moment Deinen Kind so anzunehmen wie's isst Nicht nur, wenn es von Wellenkamm zu Wellenkamp surft – also die perfekten Manieren zeigt und ein Einsatzzeugnis nach Hause bringt.

00:21:14: Sondern gerade dann, wenn's im tiefsten Wellental steckt übel gelaunt ist oder auch misstverzapft.

00:21:22: Jan Uwe hat gerade einen der vielleicht wichtigsten Gedanken für das Zusammenleben allgemein berührt.

00:21:28: Denn unsere Kinder sind hier unsere größten Weisheitslehrer!

00:21:33: Sie bieten uns jeden Tag das perfekte Übungsfeld für eine der schwierigsten und zugleich heilsamsten Aufgaben im Leben.

00:21:42: Bedingungsloses annehmen!

00:21:44: Eine Fähigkeit, die auch in anderen Lebensbereichen sehr hilfreich ist – nicht zuletzt auch im Umgang mit uns selbst.

00:21:53: Wir lassen diesen Gedanken mal auf uns wirken.

00:21:58: Denk mal an dein Kind oder einen anderen nahestehenden Menschen.

00:22:04: Wo fällt es dir am schwersten, ihn oder sie genau so anzunehmen wie er oder sie gerade ist?

00:22:10: In welchem Wellental fordert es dich besonders heraus, sie komplett anzunemen.

00:22:19: Und jetzt drehe den Spiegel doch auch mal um!

00:22:22: An welcher Stelle fällt es Dir am schweresten, Dich selbst so anzunehmen – wie Du

00:22:28: bist?!

00:22:30: Wo bist Du Dein schärfster Kritiker?

00:22:36: Stell dir mal vor, du würdest dir selbst in diesem Moment mit derselben liebevollen Haltung begegnen die du dir für dein Kind wünschst.

00:22:46: Was würde sich verändern?

00:22:51: Es ist das größte Geschenk dass uns Kinder machen und vielleicht auch das größt geschenkt dass wir unseren Kindern oder den Kindern in unserem Leben machen können an ihnen zu üben was wir selbst am meisten brauchen genau so angenommen zu werden wie wir sind.

00:23:15: Also was ich verstanden habe ist Letztlich zum Ausdruck bringt es, dass die Kinder häufig eine Art rechter Spiegel für die Eltern sind.

00:23:24: Rechter Spiegeln im Sinne von sie zeigen auch die Facetten und die Seiten der Eltern auf.

00:23:29: Führen Sie ihnen quasi Voraugen, die die Eltern vielleicht schon viel zu lange ausgeblendet haben, aber sehr gesund wären wenn sie mal darauf ihren Fokus richten würden.

00:23:39: als Beispiel sagt das Kind ist ne Schnecke und die Eltern wollen schnell schnell und bestmöglich alles immer perfekt so.

00:23:47: Gleichzeitig sagst du allerdings auch, wenn ich dich richtig verstanden habe die Eltern müssen das Kind zu annehmen wie es ist aber auch sich selbst.

00:23:55: so annehmen wir sie sind.

00:23:58: Für mich wirkt das auch wie eine gewisse Diskrepanz weil auf der einen Seite erkenne ich oh das Kind hat offensichtlich Botschaften für mich die mir dabei helfen können als Mensch weiter zu reifen.

00:24:10: Gleichzeitig höre ich jetzt aber auch von dir, es ist wichtig sich selbst und die Kinder anzunehmen.

00:24:15: Wenn wir jetzt mal die Kinder außen vorlassen und ausschließlich auf diesem Punkt kommen welche Lektionen können wir von den Kindern lernen?

00:24:23: Da gibt's mit Sicherheit keine All Fits One Anleitung!

00:24:26: Aber wie kannst du beschreiben dass das für Eltern hilfreich oder möglich ist dieses Bewusstsein zu entwickeln wirklich offen zu sein für die Lektion des Kindes und diese auch nach und nach zu integrieren, sodass dieses neue Maß der Selbsterkenntnis dann auch wieder der Eltern-Kindbeziehung zugutekommt.

00:24:48: Eltern sind nicht nur Eltern – Eltern sind auch Mann und Frau.

00:24:54: Starke Eltern sind starke Partner, sind also auf der partnerschaftlichen Ebene stark und nehmen sich Zeit!

00:25:03: Das heißt also es ist ausgesprochen wichtig auch regelmäßige Zeiten für sich zu haben jenseits des Elternseins, wo man über sich, über die partnerschaftliche Beziehung aber auch über seine Rolle als Mutter und Vater nachdenken kann.

00:25:22: Und das fängt von dem Moment an in dem ein Kind in die Welt kommt.

00:25:29: Das heißt also es kommt ja nicht von ungefähr dass wir die häufigsten Scheidungsquoten haben, wenn das Kind zwischen eins und drei ist.

00:25:41: Das heißt also diese Eltern haben es nicht geschafft, die Balance zwischen Partnerschaften und Elternschaften zu finden.

00:25:53: Also auch wir haben momentan den Begriff der Bedürfnisorientierung, die bedürfnesorientierte Erziehung.

00:26:02: dabei wird nur an das Kind gedacht.

00:26:04: Dabei wird nur an das Kind gedacht, aber nicht an die Eltern, die auf der partnerschaftlichen Ebene ja auch Bedürfnisse haben.

00:26:15: Ich habe das vorhin angedeutet.

00:26:17: Starke Kinder und starke Eltern gehören zusammen – und diese Stärke gewinne ich nicht aus dem Wohlbefinden meines Kindes!

00:26:28: Nur daraus, indem mich gut für mich als Mutter Und Vater, Sorge.

00:26:35: Gut für mich als Mann und Frau.

00:26:38: Sorge!

00:26:40: Habe ich verstanden?

00:26:42: Also was du beschreibst ist... Wir müssen uns bewusst sein, als Eltern es gibt nicht nur die Eltern-Kindbeziehung Es gibt auch die partnerschaftliche Beziehung.

00:26:49: Je besser die funktioniert, je stabiler die ist umso mehr überträgt sich das auch auf die Beziehungen zum Kind.

00:26:55: Das Kind fühlt sich wahrscheinlich sicherer im Zusammenspiel mit den Eltern und das ist einfach grundlegend belebend.

00:27:01: Was mich aber tatsächlich nochmal interessieren würde ist, wie kann uns das Kind als Spiegel dahingehend dienlich sein und es als Mensch noch weiter zu entwickeln?

00:27:14: Uns auf blinde Flecken hinzuweisen.

00:27:16: Vielleicht auf Schattenanteile unserer selbst die wir viel zu lange im Verborgenen gehalten haben um somit nicht nur als Mensch zu reifen sondern eben auch diese zusätzliche neue Erkenntnis in die Eltern-Kindbeziehung einfließen zu lassen.

00:27:29: Vielleicht kannst du es auch mal praktisch machen.

00:27:31: Wir sprechen gerade noch so ein bisschen theoretisch aus deinem Alltag, vielleicht auch Geschichten aus deinen Büchern.

00:27:37: Was sind so typische Spiegelmechanismen die Du wahrgenommen hast?

00:27:41: Die wenn Eltern sie frühzeitig wahrnehmen und tatsächlich integrieren was ist danach anders?

00:27:48: Beispiele sind immer gut.

00:27:49: also nehmen wir einen Beispiel dass manchmal Kinder dazu da sind bestimmte Bedürfnisse die ich als Mutter als Vater Als Kind damals nicht ausleben durfte und konnte mit einem Mal auf das Kind übertragen werden.

00:28:06: Also, mit einem mal muss ein Kind Klavier spielen, muss ein Musikinstrument spielen weil ich mir das selber als Kind einst gewünscht habe Und jetzt soll mein Kind das für mich... ausleben.

00:28:23: und wenn ein Kind das spürt, dann wird es nicht sozusagen.

00:28:27: Das heißt die Kinder haben einen Feeling dafür ob ich fremd oder selbstbestimmt bin.

00:28:35: Ein weiteres Beispiel.

00:28:37: Das sind die Gefühle, die ich in mir spüre.

00:28:41: Trotz Alter.

00:28:43: also die Autonomiefase des Kindes ist ja für viele Eltern deshalb auch so eine große Herausforderung, nicht weil das Kind sich abgrenzt sondern weil das kind in seiner Wut beispielsweise.

00:28:57: In seinem Zorn natürlich was mit mir macht und ich mit einem mal lernen muss da sind ja noch Schatten in mir Da sind noch Teile in mir die ja auch noch da sind.

00:29:14: Und mit einem Mal bin ich gefordert auch mit diesen sehr unangenehmen Gefühlen, die ich verdrängt habe umzugehen.

00:29:26: Ich muss sie hochlassen!

00:29:27: Ich muss lernen zu verarbeiten.

00:29:31: und das sind so zwei Beispiele.

00:29:33: nur aus der Vielfalt wo Kinder uns spiegeln, wo Kinder auch sagen Ihr müsst auch an euch arbeiten.

00:29:42: oder um es in dem Satz eines Kindes mal zu formulieren, eines neuen Jährigen, der mir gesagt hat.

00:29:48: Weißt du?

00:29:48: Wenn Papa und Mama sich mehr angucken würden, würden sie mich nicht immer sehen!

00:29:53: Ist das nicht ein wunderbarer

00:29:55: Satz?!

00:29:55: Das könnte einen Paar-Therapeut nicht besser ausdrücken als wollte das Kind sagen Sorgt's gut für euch dann könnt ihr auch für mich sollen.

00:30:07: Ich finde das ganz spannend was Du gerade gesagt hast also Der Zorn des Kindes, wenn ich dich richtig verstanden habe oder die Wut des kindes macht was mit uns.

00:30:16: Auf einmal merken wir werden auch wütend und zornig und aller Wahrscheinlichkeit nach tendieren wir dazu in der Art und Weise mit Wut und Zorn umzugehen wie wir das früher von unseren Eltern oder im Beisein der Eltern gelernt haben.

00:30:30: so Und aller Wahrscheinlichkeit nach war das nicht die nachhaltigste Strategie, sondern hat uns vielleicht in dem Moment die Fürsorge der Eltern gesichert.

00:30:40: Die Liebe der Eltern gefühlt gesicherte, wenn wir dann zum Beispiel so schnell wie möglich wieder brav waren.

00:30:46: Allerdings hat das auch was mit uns gemacht im Sinne von Wir konnten die Wut und den Zornis in der Form prozessieren, wie es eigentlich gesund gewesen wäre.

00:30:55: So!

00:30:56: Wenn wir's jetzt beim Kind wahrnehmen Das Kind ist wütend und zornig.

00:31:00: Wir merken, es macht auch was mit uns.

00:31:02: wir fangen an Wütend-und Zornig zu werden.

00:31:05: Anstatt jetzt aus alten Mustern herauszureagieren sondern quasi in einen neuen Umgang mit Wut und Zorn zu finden indem wir das Kind als Spiegel nutzen Wie genau würdest du jemandem raten, der das auch so fühlt?

00:31:19: Der sagt, ich will damit anders umgehen als ich das bislang getan habe.

00:31:22: Aber es fällt mir so unfassbar schwer!

00:31:24: Weil das Kind ist wütend und zornig da werde ich einfach auch wütent und zonig.

00:31:28: Und dann spielt sich das nach und nach hoch und man endet immer wieder im gleichen Dilemma Was ist dein konkreter Ratschlag an Eltern?

00:31:34: wie können sie das anders machen?

00:31:36: Da sind zwei Dinge drin die entscheidend sind.

00:31:39: Die erste Frage ist vieler Eltern an mich heute warum traut sich das kind so wütende und sornend zu sein.

00:31:48: Und meine Rückfrage ist, das hättest du dir sicherlich nicht getraut?

00:31:52: Die Antwort ist ja!

00:31:54: Dann ist für mich die Frage weshalb wohl nicht.

00:31:57: Ein Punkt ist, wenn ich so gewesen wäre, wäre ich ein Kind gewesen was nicht stadthaft handelt oder auch die Beziehung gescherdet.

00:32:13: Man ist natürlich erzogen worden, auch brav zu sein.

00:32:16: Brav zu sei es heißt angepasst zu sein.

00:32:20: und jetzt mit einem mal habe ich ein Kind was sich traut auch mir gegenüber wütend zu sein.

00:32:28: Und in diesem Trauen ist etwas drin was ich Eltern vermittelt.

00:32:33: da ist Vertrauen drin Selbst wenn ich völlig unmöglich bin Wenn ich völlig daneben bin werde ich trotzdem von meinen Eltern noch gemocht.

00:32:47: Sie lassen mich nicht

00:32:50: fallen.".

00:32:50: Das ist die erste Botschaft, die ich Eltern vermitle und das denke ich ist die Grundbotschaft Vertrauen zu haben auf der Basis der Eltern-Kindbeziehung.

00:33:04: Das ist das was ich vorhin gesagt habe vom Netz was da sein muss damit es Zumutungen aushält.

00:33:13: Und auf dieser Haltung kann ich dann eine Technik entwickeln.

00:33:18: Eine Technik ohne Haltung funktioniert nicht, die Technik funktioniert nur auf der Basis von Haltung.

00:33:27: Ich bin angenommen und ich nehme dich an.

00:33:30: Sonst wird Technik sehnenlos!

00:33:32: Das ist das Problem heute dass man Eltern technisches Wissen als Erziehungswissen verkauft und die dann feststellen, ja es funktioniert ja nicht.

00:33:43: Es kann auch nicht funktionieren wenn die Basis nicht funktioniert.

00:33:48: Deshalb komme ich jetzt zur Technik.

00:33:50: was man machen kann ist mit dem Kind beispielsweise in solch einer Situation ein Code Wort zu formulieren.

00:33:57: das heißt wir kommen miteinander nicht weiter.

00:34:02: der eine spürt dass Testosteron aufsteigen das andere spürte dann zu sagen, stopp!

00:34:13: Und man geht aus einander.

00:34:15: Man beruhigt sich und kommt danach wieder zusammen.

00:34:21: eine Methode aus dem Boxsport wo der Kampfrichter wenn er merkt die beiden Kämpfer vergessen die Regeln sie in die neutrale Ecke schickt damit sie sich beholen.

00:34:34: diese Methode versuche ich Eltern zu vermitteln.

00:34:39: Es ist aber eine Technik nochmals.

00:34:41: Eine Technik, die nur dann funktioniert wenn die Beziehung stimmt.

00:34:47: Wenn der Beziehungs nicht stimmt, funktioniert niemals eine Erziehungstechnik.

00:34:54: Das hast du wunderschön ausgeführt lieber Jan Uwe.

00:34:57: Was sind aus deiner Sicht die drei wichtigsten Werte Die für eine gesunde Haltung auf jeden Fall berücksichtigt werden sollten?

00:35:05: Also ich spreche immer von einer stabilen Haltung.

00:35:09: Stabil ist für mich etwas, was auch tragfähig ist.

00:35:13: Das erste Moment ist ich nehme mich so an wie ich bin weil ich dann auch mein Kind so annehmen kann wie es ist.

00:35:24: Ich bin dankbar dafür dass es dieses kind gibt und dieses kind wird dankbar sein das es mich gibt.

00:35:33: Und das dritte moment ist gleichwertigkeit.

00:35:36: Gleichwertigkeit jetzt bei jul hat es als Gleichwürdigkeit vermittelt.

00:35:42: Gleichwertigkeit.

00:35:44: der andere Pole ist Gleichrangigkeit.

00:35:46: Eltern und Kinder sind nicht gleichrangig, sie haben unterschiedliche Erfahrungen Sie haben unterschiedliches Wissen aber sie sind gleichwärtig und gleichwertig.

00:35:57: heißt ich kann vom Kind lernen genauso wie das Kind von mir lernt.

00:36:04: Du hast gerade immer das angesprochen.

00:36:06: Also einmal gesund Grenzen setzen, aber bitte ausreichend Raum lassen zu machen von eigenen Erfahrungen.

00:36:11: Das heißt da bin ich automatisch less gefährd, dass es in Eltern egal ist.

00:36:15: Wenn man jetzt diese Basis da die drei Haltungen hat wie kann das dann aussehen der gelebten Praxis?

00:36:22: Ich will zunächst anders anfangen also wieder mit der Haltung anfangen um dann zur Technik zu kommen.

00:36:28: Ich glaube das kommt viel zu kurz weil man das immer reduziert wirklich auf technisches Wissen.

00:36:34: Und das ist ja sowieso so, dass Wissen über Erziehungstechniken hat in den letzten vierzig Jahren wahnsinnig zugenommen.

00:36:43: Das heißt also man weiß heute ungeheuer viel.

00:36:47: parallel hat aber das wissen über kindliche Entwicklung wie entwickeln sich Kinder dieses Wissen?

00:36:56: hat dem nicht Stand gehalten sozusagen.

00:37:00: Das heißt also, man weiß viel zu wenig zum Beispiel über das Trotzalter.

00:37:05: Das Trotz Alter ist die Unabhängigkeitserklärung des Kindes.

00:37:10: Das trotzalter ist nicht gegen die Eltern gerichtet und wenn dieses Wissen da wäre würde man mit Trotzanfällen beispielsweise völlig anders umgehen.

00:37:23: Erziehung ist Begleitung der Kinder ins Leben.

00:37:28: Ist nicht Anleitung für das Leben, ist nicht Vorbereitung, ist Begleitung ins Leben.

00:37:36: und das heißt wenn ein Kind eins ist es eines und nicht anderthalb.

00:37:42: Und wenn das Kind anderthALB ist es ist anderthAlB auch nicht zwei.

00:37:46: Wenn das fünf ist es fünf und geht noch nicht in die Schule muss mal so etwas klassisch zu machen.

00:37:53: Das heisst also Kinder werden häufig immer unter einer Zukunftsperspektive schon betrachtet und wenn ich immer unter eine Zukunftspperspektive betrachte, bin ich immer in der Gefahr zu beschleunigen.

00:38:08: Das heißt also das Kind dann schon unter einer zukunftsperspektiven zu sehen.

00:38:14: Das müsstest du aber doch jetzt schon können.

00:38:18: um das wieder ganz praktisch zu machen.

00:38:21: Wenn Kinder eins sind brauchen sie einen Raum Und ein Raum hat Grenzen, hat beispielsweise Wände und diese Wände sind wichtig damit das Kind weiß darüber sich zu orientieren.

00:38:37: Das ist halt so.

00:38:38: Kinderzimmer.

00:38:39: Das Kinderzimmertum ist manchmal bei einem Säugling noch mal unterteilt mit einer kleinen Decke, das heißt also dass Kind liegt dann auf der Decke und dann wird ihm irgendwann die Decke ja zu langweilig und es krabbelt ganz langsam an den Rand der Deckel und dann entdeckt es wow-wow da ist ja noch was dahinter und dann nimmt es den anderen Raum sozusagen wieder wahr.

00:39:01: Ganz zwischen eins und zwei überwindet das Kind die Erdanziehungskraft der Erde.

00:39:07: Das Kind steht, das Kind geht.

00:39:09: Dann ist der Raum zu wenig.

00:39:12: Da muss es sozusagen andere Räume erobern.

00:39:17: Das heißt also in dieser Entwicklung passiert eine ganze Menge.

00:39:22: Das Kind lernt auch dadurch indem es Grenzen überschreitet.

00:39:28: ein Kind was ständig nur vor einer Grenze stehen bleibt und sagt oh eine Grenze jetzt wird's gefährlich.

00:39:34: dieses Kind entwickelt sich nicht.

00:39:36: Das heißt, ich muss die Grenzen verändern.

00:39:38: Ich muss sie offener machen und jetzt kommt etwas anders hinzu.

00:39:42: Und trotzdem brauchen die Kinder das Gefühl von Halt- und Orientierung.

00:39:50: Dazu gibt es ein wunderschönes Lied.

00:39:53: Das Lied vom Hensinklein.

00:39:55: Hensenklein geht allein in die weite Welt hinein also es überschreitet Grenzen!

00:40:00: Jetzt kommt der Satz mit Stock und Hut.

00:40:04: Das heißt also, das Kind hat etwas dabei.

00:40:08: Den Stock nicht umzuschlagen!

00:40:12: Der Stock zeigt dem Kind an wo war ich?

00:40:17: Wo bin ich?

00:40:18: Und dieses Wissen um...wo war ich und wo bin ich begleitet in die Zukunft hinein?

00:40:25: Das ist wichtig bei Grenzüberschreitung.

00:40:28: Dann mit Stock und Hut ein Kind was in die Welt hinausgeht braucht Behütung.

00:40:36: Im Psalm dreiundzwanzig heißt es, dein Stecken und Stab trösten mich, heißt anders begleiten

00:40:45: mich.".

00:40:45: Also man kann an so einer Kategorie wie Raum, die Eroberung des Raubes sowohl die Grenzüberschreitung als auch die Sehnsucht des Kindes nach Halt und nach Geborgenheit aufdecken.

00:41:04: Ich kann die Kategorie Zeit genauso heranschüren, für Kinder ist das in der Zeit sein eine große Herausforderung.

00:41:14: wie wenn man heute die Zeit raster von Kindern also beispielsweise der schulische Unterricht diese forty fünf Minuten einhalten gerade in den ersten zwei Lebensjahren.

00:41:27: da werden sie mit einer ganz anderen zeit konfrontiert als sie diese Zeit noch im Kindergarten erfahren und erlebt haben.

00:41:36: Das macht was mit den Kindern, deshalb sind sie häufig am Nachmittag auch zu Hause so heftig.

00:41:44: Deshalb wollen Sie entweder aus der Zeit herausgehen also rumtoben oder umgekehrt.

00:41:52: ein anderes Kind will vielleicht das genaue Gegenteil.

00:41:55: es wird einfach nur liegen versuchen wieder zu sich selber zu kommen.

00:42:05: Und da haben Eltern eine Aufgabe, genau das herauszufinden.

00:42:11: Kinder artikulieren dabei nicht ihre Bedürfnisse.

00:42:15: Kinder handeln!

00:42:18: Je jünger sie sind umso mehr handeln Sie und das ist auch etwas was in den letzten vierzig Jahren anders geworden ist.

00:42:28: Was ich immer wieder den Eltern vermittelt ist, die Handlungen der Kinder lesen zu lernen.

00:42:37: Lesen zu lern gemeinsam auch aus der Perspektive des Kindes herauslesen zu Lernen.

00:42:46: und wenn ich dann die Grammatik einer Struktur eine Handlung erkannt habe, beim Kind, um das wieder ganz praktisch zu machen.

00:42:57: Wenn ich dann ein Kind frage, warum machst du das denn?

00:43:00: Da könnte ein Kind sein darum oder weiss nicht oder weil.

00:43:06: und in diesem Darum weiß nicht oder Weil steckt die Botschaft Denk doch selber nach wer ist ja der große Du oder Ich?

00:43:13: Das heißt also durch solch einen Satz Kann ich wieder wirklicherweise für mich herausfinden wie kann ich das anders machen nicht nach dem Warum eine Handlung zu fragen, sondern nach dem Wozu.

00:43:31: Nach dem WoZU einer Handlung oder was hat das Kind davon?

00:43:37: Wenn es so handelt wie es handelt und diese Frage dieser WoZu-Frage stelle ich mir selber wozu macht mein Kind das?

00:43:46: Und wenn ich diese WoZufrage an mir selber stelle bin Ich wieder beim kind und versuche bestimmte handlungen aus der Sicht eines Kindes zu beantworten, heisst dann möglicherweise auch darüber nachzudenken.

00:44:02: Wie kann ich mein Kind in der Folge vielleicht anders begleiten?

00:44:08: Welchen Stock im Sinne von Stecken und Stab braucht das Kind gerade?

00:44:14: Was ist angemessen?

00:44:17: Welchem Raum braucht es?

00:44:19: Welche Zeit braucht

00:44:22: es?".

00:44:22: wie das sie da an einem Beispiel verdeutlicht.

00:44:26: Eltern sind häufig ungehalten darüber, wenn ihr Kind so zwischen eins und drei am Daumen lockelt.

00:44:36: Da sagt natürlich der Kieferchirurg, dass gibt ein ganz, ganz schlimmes Gebiss beispielsweise.

00:44:44: Und man zieht dann den Daumen raus was dann in der Regel zum Frust- und zum Protest des Kindes Führt.

00:44:52: Wenn ich aber jetzt beispielsweise weiß, wozu macht ein Kind das?

00:44:57: Und ich stelle dann die Frage Wann macht ein kind das?

00:45:01: und dann hat mir gerade eine Mutter gesagt Ja wenn es aus dem Kindergarten nach Hause kommt Dann ist er daumen einfach drin.

00:45:09: ja sage ich guck mal an was meinst du?

00:45:12: Ja sagte sie Vielleicht war im kindergarten gestresst.

00:45:15: uns genau so der Daumen geht in den Mund um sich selbstbestimmt zu entstressen.

00:45:25: Und wenn man dann der Mutter noch sagt, dass in der indischen Medizin die Magenmeridiane im Daumen enden... Das heißt also das Kind durch den Snuckeln noch Erfahrungen verdaut!

00:45:40: Dann kriegt sie mit einem Mal eine ganz andere Botschaft für dieses Daumenlunchen.

00:45:48: Ja, sagt sie dann Aber der Kieferchirurg oder so, sag ich ja.

00:45:53: Dann heißt es doch wenn du das nicht willst dann musst du mit dem Daumen beim Kind arbeiten!

00:46:00: Dann musst du den Daumen vielleicht streicheln, da musst du vielleicht eine Geschichte über den Daumen erfinden und ihm erzählen wozu der Daumen ganz gut ist.

00:46:12: Und damit habe ich diese Verbindung von auf der einen Seite aus dem Kind heraus bestimmte Botschaften aufzunehmen, in Perspektive der Kinder einzunehmen und zugleich kindorientiert zu begleiten.

00:46:28: Und kindorientierend anzuleiten.

00:46:33: Mindful Moment!

00:46:37: Wer?

00:46:37: alle kennen doch diesen inneren Spagat?

00:46:39: Einerseits wollen wir unsere Kinder liebevoll annehmen – das ist unsere Haltung.

00:46:45: Andererseits müssen wir sie im Alltag auch klar führen und Grenzen setzen….

00:46:50: Das ist unsere Anleitung.

00:46:53: Oft fühlt es sich so an, als würde das eine des Anderes ausschließen.

00:46:58: Und Jan Uwe hat uns gerade den Schlüssel gezeigt, der diese beiden Welten verbindet und aus einem Gegeneinander ein Miteinandermacht – der Wechsel vom frustrierten Warum zum neugierigen Wozu?

00:47:13: Denn indem wir zuerst versuchen, dass Bedürfnis hinter einer Handlung, die uns vielleicht gerade nicht so gut passt, zu verstehen wird unsere Anleitung Nicht mehr zu einem reinen Machtwort, sondern zu einem Ausdruck unserer liebevollen Haltung.

00:47:31: Und dieser Schlüssel passt natürlich nicht nur bei unseren Kindern!

00:47:38: Lass uns diesen Gedanken für einen Moment für dich nutzen.

00:47:43: Denk doch mal an eine deiner eigenen Gewohnheiten die du gerne ändern würdest.

00:47:48: Was wäre wenn du dich nicht fragst warum du das tust?

00:47:52: Sondern wozu?

00:47:56: Welches ungestillte Bedürfnis versucht sich hier vielleicht Gehör zu verschaffen?

00:48:03: Und jetzt denk an eine Person aus deinem Alltag.

00:48:06: Ein Kollege, eine Kollegin ... ein Freund, eine Freundin... Dein Lieblingsmensch!

00:48:13: Welches Verhalten hat dich zuletzt irritiert?

00:48:16: und was wenn du für einen Moment nicht auf die Handlung schaust sondern dich fragst?

00:48:22: wozu könnte dieses Verhalten dienen?

00:48:24: Welches Bedürfnis nach Sicherheit, Anerkennung, Kontrolle oder etwas anderem steckt vielleicht dahinter?

00:48:34: Und wie verändert diese Wozu-Perspektive deinen Blick?

00:48:39: Entsteht ein Funkenverständnis wo vorher nur Unmut war?

00:48:47: Das ist es nämlich.

00:48:48: Vielleicht ist unsere größte kommunikative Fähigkeit nicht das Verhalten zu bewerten sondern die bedürfnisse dahinterzuerkennen bei anderen aber auch vor allem bei uns selbst.

00:49:06: Ich würde an einem Punkt gerne noch einhaken, Jan-Uwe.

00:49:09: Also mir erschließt sich die Theorie und jetzt auch gerade nochmal durch das Beispiel letztlich auch die Praxis hinter dem was du begleiten nennst.

00:49:19: Gleichzeitig – ich glaube das kennen viele Eltern – gibt es immer wieder Momente.

00:49:24: da wirkt es so als müssten wir das Kind doch anleiten beispielsweise weil wir wissen naja Kindzeug bis acht Uhr, dreißig im Kindergarten sein.

00:49:34: Es hat jetzt schon viel länger gefrühstückt und wir haben mehr Zeit gelassen als es eigentlich vielleicht gebraucht hätte oder nötig gewesen wäre um pünktlich zum Kindergaten zu kommen.

00:49:42: Oder sagen wir pünftig in die Schule?

00:49:44: Jetzt kann man das Thema Pünktlichkeit grundsätzlich diskutieren ist es immer notwendig.

00:49:49: Nehmen wir mal an Wir sind schon zwei von zehn Mal unpünktlig gewesen und wollen diesmal wirklich pünctlich kommen weil's ansonsten schwierig würde.

00:49:55: Die anderen Male haben wir uns eben eher auf das Kind konzentriert und auf dessen Bedürfnis uns in fünf Minuten zu spät gekommen So.

00:50:03: Jetzt sind wir also in diesem Moment, indem wir als Eltern wissen hier gibt es einfach auch eine gewisse systemische Verpflichtung ob wir's wollen oder nicht.

00:50:12: den müssen oder sollten oder wollen wir vielleicht auch gerecht werden.

00:50:16: ja beispielsweise Pünktlichkeit und das Kind möchte jetzt aber gerne noch In Ruhe zu Ende essen oder noch mal rauf gehen spielen.

00:50:24: Und es fängt dann an zu schreien und wird sauer, und es kommt zum Konflikt und dann hinten raus.

00:50:29: endet das in der Art und Weise so dass alle Eltern die ihre Kinder abgegeben haben mit einem schlechten Gewissen dastehen ja und einfach der morgen auch grundsätzlich nicht so gelaufen ist wie er hätte laufen sollen.

00:50:39: Jetzt übersetzt doch nochmal diesen Punkt rund um dieses reine Begleiten.

00:50:43: also für mich war's halt Bauen ganz viel um das Kind herum, geben ihm Alternativen etc.

00:50:49: hinzu.

00:50:49: wirklich diesen Situationen in denen Eltern wissen so.

00:50:52: jetzt muss es aber mal so und so laufen und ich wünsche mir dass das jetzt auch gemeinsam mit dir funktioniert.

00:50:58: wie übersetzen wir das?

00:51:00: Du hast gerade genau die Übersetze schon geliefert.

00:51:03: In der Einleitung hast du vom Wort Wir gesprochen Und jetzt hast du zum Schluss von Wort Ich gesprochen.

00:51:10: Genau das ist der entscheidende Punkt.

00:51:12: Der entscheidenden Punkt ist, den Kindern auch zu vermitteln.

00:51:15: Eine Spielzeit ist eine Spielzeit die es am Nachmittag, die ist vielleicht noch bevor ich mit dir zum Schlafen gehe aber morgens wo's ist doch... Ich sag' das mal so zack-zack gehen.

00:51:33: und das heißt also auch dass dem Kind zu vermitteln dass am Morgen es bestimmte Regeln gibt, die eingehalten werden müssen.

00:51:48: Da ist kein Platz für Dattelai und das auch liebevoll aber trotzdem klar rüberzubringen.

00:51:58: Das heißt beispielsweise wenn ich dem Kind das auch morgen schon sage müssen bestimmte Zeiteinheiten eingehalten werden und die kann ich beispielsweise mit einer Spieluhr machen.

00:52:13: Das heißt, ich habe eine Spieluher, die stelle ich auf fünf Minuten ein und wenn das erklingt hab' ich meine Zähne geputzt.

00:52:21: Die nächste Spieluereinheit ist du kommst runter zum Frühstückstisch Und die dritte Spiel-Ureinheit is', Ich stehe auf Und ich ziehe dich an.

00:52:30: Das heißt also, dem Kind ein Gefühl zu geben von zeitlicher Struktur.

00:52:37: Kinder lieben und verlieren sich gerne in der Zeit aber es gibt auch Zeiten wo dieses Verlieren nicht passend ist.

00:52:46: das muss ich aber dem kind rüberbringen dass das erste des Zweite isst.

00:52:52: Auch klar zu sagen wenn ich mit meinem Kind zu spät komme Bin ich es nicht, die zu spät kommt?

00:53:02: Sondern es ist das Kind was zu späht kommt.

00:53:05: Und was man auch machen kann ist beispielsweise wenn ein Kind sich an diese zeitliche Struktur nicht hält einmal zu gucken dass es dann vielleicht zu späd in den Morgengreis denn das Kind vielleicht im Kindergarten mag nicht reingehen kann weil die Tür geschlossen ist Und die Kinder schon den Morgenkreis haben und danach kann ich ihn erst betreten.

00:53:33: Das heißt also, es ist wichtig dass Kinder die Freiheit haben Grenzen zu überschreiten.

00:53:41: das ist wichtig für Kinder.

00:53:43: Es ist wichtig Dass sie auch die Freiheit Haben sich an Absprachen abzuarbeiten.

00:53:49: das ist Wichtig.

00:53:50: aber Von drücken vierten Lebensjahr an ist es wichtig, dass die Kinder auch in die Verantwortung genommen werden.

00:53:59: Freiheit und Verantwortung gehören zusammen wenn man Kindern nur die Freiheit gibt für ein bestimmtes tun aber ich selber als Mutter und Vater die Verantwortung übernehme dann entsteht eine Schieflage und diese Schieflage dient nicht dazu, dass das Kind aus Grenzüberschreitungen lernt.

00:54:24: Ich finde es in Ordnung wenn ein Kind an Absprachen hüttelt.

00:54:28: Find ich völlig in Ordnung.

00:54:30: aber es muss auch die Konsequenzen seines Tuns für sich spüren finde ich super spannend.

00:54:37: Das heißt, das sagst du auch dürfte sogar schon ab dem vierten Lebensjahr zum Tragen kommen?

00:54:42: Also jetzt nochmal als Beispiel.

00:54:44: könnte das dann praktisch in den Alltag übersetzt sowas bedeuten wie okay du kannst jetzt noch länger am Frühstückstisch sitzen und vielleicht auch noch länger essen.

00:54:53: aber dann erwarte ich auch von dir dass du deiner Kindergärtnerin deinem Kindergärten erklärst warum du heute zu spät gekommen bist.

00:55:00: geht das in die Richtung oder ist das nicht gut?

00:55:02: Das ist zu viel, aber ich würde so sagen du kannst jetzt gerne noch länger frühstücken.

00:55:08: Aber dann komme ich mit dir zu spät in den Kindergarten und du weißt Katharina möchte dass ich mit ihr pünktlich bin.

00:55:17: Katharina erwartet das alle Kinder im Stuhlkreis sitzen Und du weist auch... Ich habe mit Katharina gesprochen, es hat sie mir gesagt wenn du nicht da bist Dann macht sie die Tür zu und dann musst du den Stuhlkreis von außen verfolgen.

00:55:34: Habe ich verstanden?

00:55:35: Noch mal ein bisschen böse zurück gefragt, wenn das Kind jetzt sagt ist mir egal!

00:55:38: Ich hasst den Kindergarten was sagst du denn?

00:55:41: Wenn es so ist muss ich zweiernein gucken... ...ist er sozusagen Treffer versenkt.

00:55:46: Das heißt also dass Kind geht in die Aggression hineins weil es erkannt ist und das andere isst.

00:55:53: Es kann ja tatsächlich sein aber Dann würde ich immer sagen, dann muss dieses Bummeln in der Tat was mit dem Kindergarten zu tun haben.

00:56:03: Dann würde das Kind sich auf bestimmte Absprachen zum Beispiel mit der Spieluhr überhaupt nicht

00:56:09: einlassen.".

00:56:10: Aber die Intention hinter meiner Frage war eher so ein bisschen diese typische Trotzreaktion?

00:56:14: Also ich glaube viele Eltern kennen das ja!

00:56:16: Du versuchst... empathisch bedürfnisorientiert auf das kind einzugehen.

00:56:21: ja also du erkennst na es will jetzt gerade nicht und es braucht eigentlich noch ein bisschen zeit und ihr möcht sie ihm eigentlich auch geben.

00:56:27: und du versuchst auf augenhöhe natürlich zu kommunizieren etc.

00:56:30: Und ab einem gewissen punkt merkst aber jetzt wird's wirklich leidlich und dass ist hier wirklich nur noch eine reine trotzreaktion.

00:56:36: Das liegt an dir, das liegt an den eltern.

00:56:38: die haben den satz des Kindes nicht verstanden weil es einen kind sagt wie mir hab ich sie gar nicht mehr.

00:56:44: dann würde ich sagen Ich denke, gestern und vorgestern bist du sehr gerne in den Kindergarten gegangen.

00:56:51: Und hast mir ganz viel davon erzählt.

00:56:54: das heißt also auch hier dann eine gewisse Ruhe an den Tag zu legen und sich nicht vom Testosteron des Kindes anstecken zu lassen.

00:57:04: Jan-Uwe ich würde gern einmal noch mal ein bisschen fast forward machen wenn die Kinder älter werden.

00:57:10: Wie lange geht dieser Auftrag der Eltern, dieser Begleitungsauftrag?

00:57:15: Ich frage erst zwei Beobachtungen oder Datenpunkte und drei.

00:57:19: Das eine ist eine Extremposition die ich mal gelesen habe von Reinhard Sprenger, der sagt mit acht Jahren ist ein Kind eigentlich überlebensfähig rein biologisch vom Natur aus gesehen.

00:57:30: und da ändert im Grunde genommen dieser formale Auftrag.

00:57:34: das heißt nicht dass Eltern sich zurückziehen und Kinder aussetzen aber in Grundung am Ende ist dort Versus Eltern, die ihre Kinder zum Teil an die Uni begleiten bei der Anmeldung und Fragen wann denn der erste Elterntag sei oder Ausspruch von anderen Eltern.

00:57:49: wir machen jetzt Abitur.

00:57:52: Eltern bleibst du ein Leben lang!

00:57:55: Du bist der Hafen den die Kinder anlaufen können wenn die Stürme des Lebens toben.

00:58:03: Du bist jemand dem die Kinder fragen können wo sie sich heimisch fühlen.

00:58:10: Eltern bist du ein Leben

00:58:12: lang.".

00:58:13: Die Frage ist nur der Distanz, das heißt also die älter Kinder natürlich werden umso mehr gehen Sie auf die Distanz und müssen ein eigenes Leben führen.

00:58:27: Und dafür gibt es in der Entwicklung eines Kindes zwei Phasen, zwei Autonomiefasen.

00:58:34: Das ist das Trotzalter zwischen zwei und vier.

00:58:38: Und dann die Pubertät zwischen zehn und sechzehn.

00:58:42: Das sind zwei ganz wichtige Phasene, indem die Kinder versuchen auf eigenen Beinen zu stehen.

00:58:51: Und das bedeutet auch für die Eltern, dass sie sich mehr auf sich selber besinnen, dass sie auch ihre, wie ich vorhin sagte, ihre Partnerschaft wieder in den Vordergrund rücken.

00:59:06: und die zweithäufigsten Scheidungsquoten haben wir eben auch wenn die Kinder in der Pubertät sind.

00:59:13: Das heißt also, wenn Sie bereit sind auszuziehen, wenn sie bereit sind in die Welt hinaus zu gehen loslassen ist eine wichtige Aufgabe aber loslassen, hat in keiner Phase etwas zu tun mitfallen lassen.

00:59:33: Sondern du bist immer eine wichtige Persönlichkeit als Mutter, als Vater, eine Persönlichkeit die Kinder beschätzen.

00:59:45: und wenn sie gefühlsmäßig sozusagen durcheinander sind, wenn Sie nicht mehr wissen wo sie sind dass sie dich auch im guten Sinne heimsuchen können.

00:59:58: Ich habe ja vorhin das Lied vom Hänzchen-Klein genannt, hänz'chen geht ja so heißt es im Lied in die Welt hinaus und die Mutter als Hänzin vor der geöffneten Tür steht.

01:00:10: Die Mutter sagt nichts sie drückt nur aus wünscht dir Glück sagt ihr Blick.

01:00:16: Das heißt also Sie gibt ihm Vertrauen mit auf dem Weg weil sie sich selber vertrauen kann.

01:00:26: Und Hänzchen geht voll dieses Vertrauens und kommt dann irgendwann zurück, nach sieben Jahren so heißt es in dem Lied die Schwester erkennt ihn nicht ob das Vollbad ist aber die Mutter erkennt ihm am Blick und er erkennt den Mutter am Blick.

01:00:45: Und beiden erkennen in dem Augenblick wo sie sich anblicken hey Der ist es in den sieben Jahren gut gegangen und dem ist es im Siebenjahren gut gegangen.

01:00:57: Das heißt also, du bist schon verbunden weil diese Verbindung, nehmt das Bild wieder auf, weil die Verbindung ein Netz schafft was Vieles, was Glück aber auch Trauer aushält.

01:01:14: Wunderschönes Schlusswort würde ich sagen auch im Anbetracht der Zeit.

01:01:18: Wir haben also sehr schöne Worte, die glaube ich das ganze Leben begleiten können.

01:01:25: Ganz herzlichen Dank über Jan Uwe für diese wunderbare Stunde mit dir!

01:01:30: Ja gerne, wir könnt es gerne wenn ihr möchtet nochmal fortsetzen.

01:01:35: Auf das Angebot kommen wir gerne zurück.

01:01:37: Unfassbar gerne Jan Uwa aber eine Abschlussfrage würde mich noch interessieren.

01:01:41: vielleicht hast du da noch ne kurze Antwort zu?

01:01:46: All deine Bücher, deine Videos die Spuren von heute quasi verschwinden würden und du nur noch eine einzige Botschaft neu in die Welt setzen könntest welche die Essenz deiner Erfahrung widerspiegelt.

01:02:00: Was würdest Du in einem Satz wieder mit uns teilen?

01:02:04: Er hat es versucht.

01:02:07: Wir lassen das so stehen.

01:02:08: Dankeschön Vielen lieben Danke.

01:02:12: Werde CEO Deines Lebens.

01:02:16: Der T-Talk mit Oliver Herrmann und Kai Schrader.

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